Warrior Cats

Ein Gebirge. Vier Clans. Werden sie überleben...?
 
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 Schrottplatz

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Schädelgesicht

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Do Sep 08, 2016 9:09 pm

CF: Verlassener Bauernhof

Chapter 4.0
Ein vertrautes Gefühl der Erschöpfung hatte Jack mal wieder eingeholt. Das Wetter hatte sich in all der Zeit nicht gebessert – doch der Regen war nicht fähig, die Spuren fortzuwischen, die die trockengelegte Scheune besudelten. Überrascht hatte der Kater festgestellt, dass seit seinem Fortgehen schon wieder Stunden vergangen sein mussten. Die Zeit wabberte momentan einem Strom gleich an Jack vorbei, wobei er nicht fähig in seiner schwammigen, egozentrischen Sichtweise war, die Geschehnisse zu erfassen oder gar zu steuern. Er fühlte sich seiner Macht, Kontrolle beraubt, seit an er an diesen Ort gekommen war, gleichzeitig hatte er das Gefühl, als würde alle Welt nur darauf warten, dass er sein Maul öffnete und die Wahrheit, ungefiltert von Empathie und Rücksicht auf sie einstürzen ließ. Aber er fühlte sich wohl in diesem warmen Nest der Hilflosigkeit – er genoss die Zuwendung.  Jack war verzückt beim Anblick zarten, keimenden Vertrauens in Bastets blauen Augen.  Noch gab es keinen Grund aufzuhören, weiterzuziehen – nicht, wenn nicht alle moralischen Grenzen ergründet waren und dieser Platz voll dreckiger Streuner bot noch so viele potentielle Entwicklungsmöglichkeiten. Erschaudernd, beängstigend schon fast, was alleine Gedanken schon für Empfindungen in seinem Körper auslösten.

Bastet’s Präsent in seinem Maul war einer Feder gleich leicht. Der Regen hatte das Fell des Katers wieder gänzlich vereinnahmt, den erst fleischig rosanen Schädel wieder knochenweiß gewaschen. Tatsächlich war der Weg, den er vorhin genommen hatte nicht wirklich beschwerlicher geworden, auch wenn er ihn nun weitaus zügiger zurücklegte, diesmal mit klarem Ziel vor Augen. Das Erste was ihm von Schrottplatz begrüßte war der düstere Anblick. Normalerweise war ihm der schwere, stickig süsse Müllgeruch weit voraus, aber das Wasser schien selbst diese Dämpfe heute zu schlucken. Das einzige Licht kam von den rottenden Laternen und dem fahlen Licht des in der Blüte stehenden Vollmondes. Dafür gar nicht beleuchtet und dadurch für Laien nicht sichtbar war das schmale Loch im Zaun des Maschendrahtzaunes, auf das der Kater nun gezielt zusteuerte. Ein Stimmengewirr hielt ihn davon ab hindurch zu klettern. Eindeutig erkannte er Bastet, aber der tiefere Bass in ihrem Schatten konnte er nicht dem Glöckchenkater zuordnen. Ein wenig irritiert wie er sich verhalten sollte, beschloss er einfach auf der anderen Seite des Zaunes auf die näherkommenden Personen zu warten. Jack spürte wie sein Herz augenblicklich schneller schlug – durch seinen gesamten Korpus massenweise Hormone pumpte. Er bildete sich ein seine eigene Angst zu wittern und elektrisierte Aufregung, wenn er daran dachte, was er der lieblichen, jungen Kätzin gleich servieren würde. Beim Anblick der breiten, massigen Schultern und beeindruckenden Silhouette des schattenhaften Fremden, zuckte seine Schweifspitze ganz sacht. Er spielte mit den Gedanken samt Beute in die Büsche zu tauchen und zu warten, bis Bastet wieder vollkommen allein war. Aber ein Teil von ihm liebte diesen Nervenkitzel und wollte sich den Strapazen vollkommen unterwerfen.

BK: ( Bastet ;; Dolor )
[ kommt 'sauber' wieder ;; wartet auf das Näherkommen der Beiden ]
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Dolor

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Fr Sep 09, 2016 1:51 pm

Auf Dolors Frage hin, ließ sich die sandfarbene Kätzin von dem Berg aus Schrott zu ihm hinuntergleiten und er fand in ihren Augen nichts als Neugier wieder, welche sich auch bei ihren allerersten Worten zeigte: "Verlaufen? Kommst du von weit weg?" Der stämmige Gestreifte zuckte darauf leicht mit dem Ohr. Wirklich weit weg konnte man seinen Bau nicht wirklich bezeichnen… "Jedenfalls nicht von hier.", antwortete der halbblinde Kater darauf mit seiner dunklen Stimme. Genau sagen, welchen Ort der Streuner sein zu Hause nannte wollte er vorerst nicht. Das wäre dem gegenüber anderen misstrauischen Kater auch fremd. "Ja, dahinten irgendwo ist eine Lücke im Zaun, wo man hindurch schlüpfen kann. Ich kann sie dir zeigen.", bot die Kätzin danach an, worauf der Fetzenkater dankbar nickte. "Das wäre nett, danke.", entgegnete Dolor und setzte seine Pfoten nach ihr in Bewegung. Dabei hielt er jedoch seine Sinne achtsam angestrengt. Zwar schien die Fremde einen netten Eindruck zu machen, aber bei anderen Streunern konnte man sich da nie sicher sein… So hielt er Ausschau nach allem, was verdächtig scheinen könnte auch, wenn er nicht richtig wusste, was genau das wäre. Dabei entging ihm nicht der neugierige Blick der Gestreiften, der sich in seinen Pelz zu brennen schien. Der vernarbte Kater konnte ihre Augen schon praktisch nach Fragen schreien hören, was ihn vermuten ließ, dass die Sandfarbene nicht oft auf andere treffen würde. So wunderte es ihn, dass sie sich nicht schon längst nach seinem Namen erkundigt hatte. Doch von der Streunerin ging nur eine Frage aus: "Weißt du schon wo es dann hingeht?" Dolor ließ seine Augen langsam zu der kleinen Kätzin wandern und von ihm ging als Antwort nur ein knappes, aber nicht unhöfliches Miauen aus: "Zu meinem Bau."
Ein fremder Geruch ließ ihn ruckartig stoppen und seine Muskeln anspannen lassen. Misstrauisch ließ er seinen halbblinden Blick durch die Gegend schweifen bis er an dem Zaunloch, von dem die Fremde gesprochen hatte, eine dunkle, dürre Silhouette mit giftgrünen Augen, die irgendetwas im Maul hatte erkennen konnte. Bei genauerem Hinsehen konnte Dolor ebenfalls ein knochenweißes Gesicht ausmachen. Nur bei dem Anblick stellten sich dem großen Fetzenkater die Nackenhaare zu berge trotz, dass er wegen seinem eigenem Aussehen niemanden verurteilen konnte. Aber allein die mysteriöse Ausstrahlung des neuen Katers ließ noch mehr Wachsamkeit in ihn hochsteigen. Sofort schoss ihm ein Verdacht in den Kopf: hatte ihn die Streunerin in einen Hinterhalt geführt? Seine grünen Augen blitzten kurz darauf zu der sandfarbenen Kätzin. "Wer ist das?", brummte der stämmige Gestreifte misstrauisch, während sein Schweif unruhig langsam hin und her wankte.

[bei Bastet | erblickt Schädelgesicht | ist misstrauisch]
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Bastet

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Do Sep 22, 2016 7:37 pm

Bastet warf dem Fremden einen nachwie vor neugierigen, aber auch leicht enttäuschten Blick zu, als der stämmige schwarzbraune Kater ihr nur ziemlich knapp antwortete.
"Nicht so gesprächig..hmm?", schnurrte die eher zierliche Kätzin mit einer gewissen Kühle in der Stimme. Eigentlich konnte ihr das jetzt auch ziemlich egal sein. Als ob es wichtig war ob er ausführlich antwortete oder nicht.
Sie unterdrückte ein Seufzen und drehte sich langsam zu dem Kater um, dessen Namen sie gar nicht erfragt hatte. Hatte sie es einfach vergessen? Oder hatte sie womöglich nicht gefragt, da er es auch nicht getan hatte?
"Naja, jedenfalls hier ist..", die Gestreifte unterbrach sich und musterte den Fremden mit leicht zusammengekniffenen Augen, als dieser jemanden entdeckt haben zu schien, dessen Geruch Bastet ziemlich bekannt vorkam.
Die Kätzin drehte den Kopf leicht, konnte durch den Zaun und die Dunkelheit ein säurefarbenes Augenpaar ausmachen, dann den vom Mondlicht erhellten knochenweißen Schädel, der wirkte als hätte jemand Jack eine Maske aufgesetzt. Sie erschauderte leicht, auch wenn ihr das Schädelgesicht doch langsam etwas vertrauter vorkommen sollte.
Die Stimme des Fremden klang misstrauisch, als er fragte wer Jack war.
"Oh.. das ist Jack. Kein Grund zur Beunruhigung.", murmelte sie leicht unsicher.
So gut kannte sie den fast schwarzen Kater auch nicht. Zumindest nicht so gut, dass sie einschätzen konnte und wollte wie dieser auf andere reagierte.
Nach kurzem Zögern passierte sie schließlich das Loch im Zaun, warf einen Blick zurück.
Hatte Jack hier gewartet oder war er vielleicht gerade erst zurück gekommen? Vielleicht hatte er die beiden Katzen auch lediglich näherkommen hören und hatte sich dann entschlossen zu warten.
Möglich wäre es, wie Bastet dachte.
War Loki, der Fremde mit dem Glöckchen, auch hier rausgeklettert? Hatte er vielleicht eine andere Lücke im Zaun entdeckt?
"Du warst ziemlich lange weg.", brummte sie und musterte Jack für einen Moment, ehe der blaue Blick hoch zum Himmel glitt und dort einen Moment lang hängen blieb, ehe sie wieder zum Zaun sah.

[bei Dolor am Zaun, setzt an etwas zu sagen, bemerkt Jack, antwortet Dolor, klettert durch das Loch im Zaun]
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Schädelgesicht

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Sa Sep 24, 2016 4:35 pm

Chapter 4.1 - Schrottplatzzaun
Ein Puppentheater – mit Schattenfiguren. Ein Hobby sozusagen. Durch den Regen konnte man nur die Silhouetten sehen und gierig verfolgte Jack jede ihrer Bewegungsabläufe. Rechts – links – links – rechts. Pfote vor Pfote, vorhersehbare Schritte. Immer im Takt – vielleicht manchmal zögernd, vorsichtig. Oh die Gefahr sie konnte lauern an jedem Schattenfleckchen. Hatten sie keine Angst? Schüchterte die nachtschwarze, vollmondverdeckte Dunkelheit sie kein bisschen ein? Luft füllte seine Lungen und er filterte sie nach Angstgeruch. Sie schienen ihn noch nicht bemerkt zu haben, aber er war da auch im deutlichen Vorteil. Seine Augen waren nicht nur von perverser Schönheit, sondern mit unglaublicher Schärfe gesegnet. Und so starrten sie, starrten unverhohlen – blank in die schwarzen Umrisse der beiden Kreaturen. Der Fremde war beeindruckend – gar fürchterlich. Jack fühlte ehrliche Angst durch seine Fasern kriechen. Der Kater erschien ihm von gigantischer Masse, sein Tritt war träge, aber dennoch schleppend. Dieses Gewicht musste eine Katze bedingungslos unter sich fesseln können, ohne ihr auch nur die kleinste Chance zur Flucht zu bieten. Angst und Neid. Wie sehr träumte das Schädelgesicht von solch einer Statur um sich den Respekt zu holen, den es doch eigentlich verdiente? Im Vergleich, er so hager und knochig, wer würde ihn schon respektieren? Aber gut. Die Furcht war ein Begleiter, den er langsam akzeptiert hatte und der ihn immer wieder begegnete. In seinen wuchernden Gedanken, in den Augen der Fremden, wenn sie einen Blick auf ihn warfen. Sie unterschätzten seine körperliche Kraft, aber sie ängstigten seiner grotesken Zeichnung, seinem reptilienartigen Blick. Die Andersartigkeit hatte ihn in der Welt hier draußen zum Außenseiter deklariert – aber Jack mied sowieso den Mittelpunkt. Er war… nach all den Jahren immernoch ein Introvert.

Der Gang des Fremden stoppte abrupt, als wäre er mitten in seiner Bewegung eingefroren. Allem Anschein nach hatte er wohl jetzt die Gestalt die dort vor dem Loch im Zaun lauerte auch erspähen können. Aber Jack war überrascht wie spät dies geschehen war. Aber anstatt angesprochen zu werden, wandte der Kater den Kopf zu Bastet und fuhr sie mit drohend, dunklem Ton leise an – wer er denn nun sei. Hilflos lächelte der Rauschwarze, während Bastet ihm die Vorstellung abnahm und dem Fremden versicherte, dass von Jack keinerlei Bedrohung ausging. Aber … sie stellte Jack auch nicht vor, wer denn der Fremde sei – wie er hieß, was er für sie war. Wusste sie denn nicht wie sein Hirn nach Information lechzte, wie neugierig er war? Musste sie ihn denn so quälen und zappeln lassen? Wer zur Hölle war dieser Fremde? Warum hatte er Bastet nie mit einer anderen Katze gesehen, sondern nur mit Katern? Zufall? Schicksal? Sexuell gierige Veranlagung? „Ich wollte euch nicht überrumpeln, verzeiht. Ich dachte nur… ich…. Also. Das ihr vielleicht euer Gespräch erst einmal ungestört vollenden wollt.“ Er hustete, ein zweimal – verfluchte die schimmelige Scheune, die seine Lunge so staubtrocken anfühlen ließ, nach der Hetzjagd des Hundes. Gleichzeitig segnete er sie, für die Schwäche, die ihn so viel unbeteiligter, bedeutungsloser erscheinen lassen musste, in den Augen des Fremden. Dabei wich sein gequältes Lächeln keine Sekunde aus dem leidtragenden Gesicht – natürlich bewusst versuchte er sich zu fassen. Er wollte nicht, dass sie dachten, dass er gerne im Selbstmitleid badete. „Ich wollte dir keine Sorgen bereiten, Bastet. Ich war unterwegs – `hab uns etwas zu essen gefangen. Dieser Müll ist nicht sehr gesund für eine noch so junge Katze, wie du es bist.“ Er lächelte seicht – in diesem Moment stürzte tosend (zuerst brodelnd, wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch) ein Monster an der regennassen Straße vorbei. Seine glühenden Augen erhellten die sonst so finstere Nacht, leckten kurz über das schmutzig grau erscheinende Fell des Schädelgesichtes und strahlten direkt über Bastet und den anderen. Für einen Herzschlag waren sie erleuchtet und Jack starrte direkt in die milchig trüben Pupillen des Katers. Er öffnete lautlos seine Lefzen, als die Erleuchtung durch seinen Körper floss. Er war halbblind. Deswegen hatte er ihn nicht früher gesehen. „Du weißt wer ich bin… aber wer bist du? Und was machst du hier? Bastet, vertraust du ihm etwa?“ Die letzten Worte waren getränkt mit Vorwurf. Die billigste, aber trotzdem eine der bewährtesten Strategien war den Speer umzukehren. Er wollte also unbedingt misstrauisch sein? Gut. Jack würde ihn behandeln, als wäre er ein potentieller Kinderfresser und dabei sein Gewissen schön unangetastet lassen.

BK: Bastet ;; Dolor
[ verharmlost sich ;; studiert Dolor ;; dreht den Spieß um ]
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BeitragThema: Re: Schrottplatz   So Okt 02, 2016 2:30 pm

Die sandfarbene Streunerin erklärte, dass der Name des Fremden Jack und er kein Grund zur Beunruhigung sei. Doch ihre Worte schafften es nicht, dass der stämmige Kater sich lockerte. Im Gegenteil, Dolor hielt seine Muskeln angespannt und musterte Jack eindringlich. Jacks nächste Worte sprossen von Höflichkeit, dass er die beiden nicht bei ihrer Unterhaltung stören wollte. Ein Husten unterbrach ihn, worauf Dolor leicht eine Augenbraue hob. War der Weißgesichtige etwa krank. Seltsam, der gestreifte Kater konnte von ihm keinen Geruch der Krankheit ausmachen. Dabei hatte der Halbblinde eine sehr ausgeprägte Nase. Naja, wahrscheinlich hatte Jack einfach nur einen kratzigen Hals. Der Schwarzbraune entgegnete zu Jacks Erklärung nichts. Das würde er der Streunerin überlassen. Die Kätzin schien sich nichts weiter draus zu machen und bemerkte gegenüber dem schmutzgrauen Streuner, dass er lange weg war, worauf dieser lächelnd antwortete, dass er für sie jagen gewesen war. Nicht überraschend bei dem kleinen Geschöpf, das er gerade eben im Maul gehabt hatte.
Als er aus der Nähe das Tosen eines Monsters vernahm, das immer näher kam und schließlich an ihnen vorbeidonnerte, zuckte Dolor leicht zusammen. Aber eher aus reinem Reflex als aus Angst. Der Gestreifte hatte schon so lange Zeit beim Zweibeinerdorf verbracht, dass er das laute Donnern von diesen Kreaturen gewohnt war. Jedoch ließen ihn die bedrohlichen Geräusche immer wieder zusammenschrecken. Gewöhnen konnte man sich daran eben wohl nie. Als er sich dann wieder auf den mysteriösen Kater konzentrierte, konnte er aus seinem schleierhaften Blick erkennen, wie die unteren Umrisse von dem Schädel des Streuners nach unten fielen. Dolor kannte diese Reaktion nur allzu gut. Offenbar hatte Jack seine Blindheit bemerkt.
„Du weißt wer ich bin… aber wer bist du? Und was machst du hier? Bastet, vertraust du ihm etwa?“, erkundigte sich der Streuner von hagerer Gestalt mit einer vorwurfsvollen Stimmlage. Dolor kniff seine Augen zusammen. Dass er wusste, wer sein Gegenüber jetzt war, empfand der Halbblinde alles anderes als richtig. Was er nur wusste war, dass er laut Bastet, wie sich nun der Name der Kätzin herausgestellt hatte, keine Gefahr darstellte. Doch er hatte den unsicheren Unterton der Kätzin bemerkt, als wäre sie sich ihrer Behauptung noch nicht mal sicher. Am Ende also wusste der Schwarzbraune rein gar nichts über den Schädelgezeichneten, außer seinen Namen. Dazu wäre Dolor nicht er selbst, wenn er über sich mehr preisgeben würde, als er über den anderen wusste. "Mein Name lautet Dolor. Bastet wollte mir nur den Weg aus dem Schrottplatz zeigen. Und, dass sie mir vertraut ist wohl unwahrscheinlich, da wir uns erst seit gerade eben kennen.", antwortete der Kater ziemlich sachlich und beantwortete auch so die Frage für die kleine Kätzin. Wenn Jack mehr wissen wollte, müsste er auch genauso viel von sich selbst preisgeben. Wie ein Austausch von Informationen.

[bei Bastet und Jack]
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Bastet

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Mo Nov 07, 2016 10:48 pm

Bastet kniff die Augen leicht zusammen, als Jack zwei mal hustete. Es klang trocken, so als ob er eine Zeit lang nichts getrunken hatte. Zuvor hatte sie noch kein Husten bemerkt. Nicht bevor er weg gewesen war.
Sie beschloss diesem winzigen Husten nicht allzu viel Bedeutung zuzureden, bevor es sich nicht einige Male wiederholte.
"Ich wollte ihm wirklich nur den Weg aus dem Schrottplatz zeigen.", miaute sie an den rauchschwarzen Kater gewandt.
Wirklich unterhalten hatte sie sich mit dem Fremden noch nicht. Dazu wirkte der eher massige Fremde zu misstrauisch und zu angespannt. Bisher hatte er nicht wirklich viel gesagt, oder zumindest nicht mit vielen Details. Bisher hatte der Unbekannte nicht sehr interessant auf sie gewirkt, vielleicht weil er nicht viel preisgab.
Sie musterte Jack, wobei ihr Blick an diesem seltsamen lächeln hängen blieb, was irgendwie gequält wirkte.
Bildete sie sich das ein? Störte ihn etwas an der Situation?
War da eine Anspannung zwischen dem Streuner und Jack oder bildete sie sich diese ein?
Einen Moment sagte keiner der drei etwas, wobei sie weiterhin versuchte beide Kater im Blick zu behalten.
Jacks Stimme klang immer noch ruhig. Er sagte, dass er etwas zu essen mitgebracht hatte. Sie fixierte die Beute einen Augenblick, ehe er fortfuhr.
Natürlich war der Müll nicht gesund, aber war das wirklich einer der Gründe? Langsam öffnete sie das Maul um etwas zu sagen, als sie ein Schwall von Licht über die drei Katzen ergoss. Ihr Fell sträubte sich als das Monster über den Donnerweg an ihnen vorbei stürzte. Sie würde sich wohl nie an diese Wesen gewöhnen, dachte die Sandfarbene schaudernd. Sie konnte sehen wie Jacks Blick sich in den des Streuners bohrte, die Gesichtszüge die sich zu einer erkennenden Fratze verformten.
Sie fühlte sich unwohl bei Jacks nächsten Worten, als ob der rauchige Kater darauf gewartet hatte den Spieß umzudrehen.
Sollte sie ein schlechtes Gewissen haben?
Der andere Kater stellte sich als Dolor vor, gab aber nicht mehr alsdas wesentliche preis, wobei sie ihm dankbar war, dass er ihr die ausstehende Antwort abnahm.
"Vertrauen? Aso ich denke nicht das man in der kurzen Zeitspanne schon an Vertrauen denken sollte.", sagte sie sanft aber mit einem etwas kühleren Unterton in der Stimme.
Wieso hatte seine Stimme nur so Vorwurfsvoll geklungen? Bastet hatte schließlich nichts verbrochen.

[Bei Jack und Dolor]
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Schädelgesicht

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Mi Nov 09, 2016 10:40 pm

Chapter 4.2 - Schrottplatzzaun -> Monsterturm
Dolor, wie der Kater sich vorstellte, machte auf Jack einen ziemlich verwahrlosten Eindruck. Die Konturen seines Fells, welche in der schwarzen, nassen Kälte kaum auszumachen waren, wirkten struppig – leicht verfilzt und schienen den ohnehin schon massiven Körper noch einiges an furchterregender Breite hinzuzufügen. Seine vorhin so schleppenden Bewegungen hatten dem Fremden ein hohes Alter nachgesagt – dennoch klang seine Stimme so erfrischend jung, als wäre er kaum älter, als Jack selbst. Er schien gezeichnet von einer grausamen Vergangenheit, deren Bilder seinen Körper wie Erinnerungsfetzen zierten. Das Schädelgesicht mochte sich gar nicht vorstellt was für einen grässlichen Anblick sich bei ihm Tageslicht böte – und doch faszinierte ihn dieser Gedanke zutiefst. Es lockte Erinnerungen hoch aus seiner Kindheit. Aus der Messiwohnhälfte, die er fast zwei Jahre als seine einzige Welt gekannt hatte. Es wäre kein Wunder wenn das Misstrauen des Katers aus tief verrottenden Erinnerungen erwachsen war, wucherte und jegliches rationales Denken unkontrolliert einer Paranoia unterwarf. Jack kannte es von sich selbst. Aber er wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen, auch wenn er sich nur allzu gern in seinen ungetrimmten Gedankengängen verirrte. Das Dolor gar nicht auf die Frage einging, weswegen er überhaupt hier war, ließ der knochenfarbene Schädel ausnahmsweise auch einfach schleifen. Bastet rechtfertigte sich, indem sie die Aussage des Schwarzbraunen bestätigte – ebenso wie die Zeitspanne ihrer Dauer. Fast schon beschlich den Kater eine kleine Eingebung schlechten Gewissens sie dermaßen vorgeführt zu haben, aber schon gleich darauf hatte er es wieder vergessen. Oder es war ihm schlichtweg egal.

Seine Augen huschten gehetzt erst zum Kater, dann zu Bastet, ehe er mit seufzender Ergebenheit seine Lider zu senken begann, bis alles Säuregrün verschwunden war und nur noch nackte, schwarze Schädelhöhlen den Katzen entgegenstarrten. „Wieso lügst du, Bastet?“ Er wusste, dass sie nicht log. Er wusste auch, dass Dolor nicht log.  Tatsächlich war Jack selbst überrascht über seine Worte – hatte er sie nicht einmal gedacht, doch seine Zunge einem eigens denkenden Geschöpf gleich sie trotzdem ausgesprochen. Der Schädel tat manchmal Unvorhersehbares – Unkontrollierbares. Es stand nicht immer in Jacks Macht sich den Luxus einer eigenen Entscheidung leisten zu können. Ohne ihren Worten zu lauschen, ohne sie anzusehen oder den massiven Kater an ihrer Seite, schnappte er sich das Fleisch und schlüpfte durch den Zaun. Er lieferte keine Erklärung wie er auf diese Behauptung gelangt war, kein Sterbenswörtchen. Nur ein kleines Grinsen. „Lade den Streuner doch in dein Monster ein, Kleine. Das tust du doch so gerne.“ Er spielte damit auf ihre erste Begegnung an, in dem Wissen wie zweideutig diese Aussage missverstanden werden konnte, obwohl das zwischen ihnen beiden rein platonisch war. Sie war einem Mündel gleich, das er umsorgte.

Es gab keine wirkliche Erklärung warum Jack sich verhielt, wie Jack sich verhielt. Vielleicht wollte er um die Aufmerksamkeit der Sandfarbenen buhlen – vielleicht wollte er eine Sympathie zwischen ihr und Dolor schmieden um wirklich Unterstellungen machen zu können. Oder er wollte nicht, dass sie an seiner Seite schlief und vielleicht doch einen Hauch einer Duftspur von seinem entweihten, weißen Engelchen fand, wo er sich doch so gründlich gewaschen hatte. Fakt war, dass er ohne ein weiteres Wort an den beiden Katzen vorbeihuschte und gierig in die Schatten tauchte. Sein Weg führte ihn heute Nacht nicht zu seiner Schlafstätte, sondern zu dem Turm aus Monstern, welcher zuvor noch eindeutig den Geruch eines Besitzers getragen hatte. Zu Jacks Zufriedenheit jedoch schien er nun unbewohnt zu sein. Mühelos erklomm er die Höhe und rollte sich zu einer Kugel mit starren, schlaflosen Blick. Das Fleisch hatte er jedoch schuldbewusst vor Bastets Monster liegen lassen.

BK: Dolor ;; Bastet
[ provoziert ;; verschwindet ;; nimmt Turm in Anspruch ]
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Dolor

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Mi Nov 16, 2016 8:36 pm

Jacks säuregrünen Augen durchbohrten Dolor noch für einen weiteren Augenblick. Das auffällige, giftige Grün ließ in dem Schwarzbraunen einen Anflug von Unbehagen aufsteigen, was der Kater aber nicht zeigte. Bastet bestätigte Dolors Aussage, worauf der schmutzgraue Streuner zwischen den beiden hin und her sah. Auch, dass man anderen nicht in kurzer Zeit sein Vertrauen schenken sollte, worauf der Fetzenkater der sandfarbenen Kätzin zustimmend nickte. Ganz seine Worte.
Währenddessen schienen die Lider des hageren Katers immer weiter nach unten zu fallen, bis sie schließlich ganz zu waren. Er konnte einfach nicht anders als auf die Schädelzeichnung zu starren. Vor allem jetzt, wo Jack seine Augen geschlossen hatte, wirkte der Kopf des Katers umso mehr wie ein echter Schädel, als nur eine Gesichtszeichnung. Verblüffend.
Jacks nächste Worte irritierten den Gestreiften etwas. Wieso dachte er, dass Bastet log? Er sah keinen Grund, wieso die Kätzin ihn belügen würde. Es sei denn, zwischen den beiden spielte sich mehr als eine Bekanntschaft oder Freundschaft ab. Vielleicht war so mögliche Eifersucht ein Grund. Aber irgendwie konnte sich Dolor das nicht vorstellen. Es passte irgendwie nicht in die Situation. Außerdem wirkte es nicht so, als würde zwischen ihr und Jack irgendetwas laufen. Vor allem das Kommentar, Bastet könnte ihn in ihr Monster einladen. Der halbblinde Kater zog nur leicht eine Augenbraue hoch. Man konnte nicht ganz deuten, ob der Ausdruck Kritik oder Verwirrung bedeutete, vielleicht beides. Danach wandte sich der Schmutzgraue mit seiner Beute von den beiden anderen Katzen ab und lief in Richtung eines großen Turms aus Monsterleichen. Dolor schaute ihm für einen kurzen Moment nach. Ein paar Sekunden vergingen bis er ein langes Seufzen von sich gab und seine breiten Schultern langsam kreisen ließ, um seine Muskeln zu lockern. "…Na gut, ich glaube ich finde ab jetzt wieder allein zurecht.", sagte er, während er seinen Blick zurück zu der Sandfarbenen schweifen ließ. "Nochmals danke für deine Hilfe, Bastet.", fügte er darauf noch zu. Dabei neigte er verabschiedend seinen Kopf, ehe er durch das Loch im Zaun tappte und zurück in Richtung des kleinen Waldstücks lief.

-----> Zweibeiner Bergdorf

[bei Bastet und Jack | verabschiedet sich | geht durch das Zaunloch und verlässt den Schrottplatz]
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Rosiella

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Mo Nov 28, 2016 5:20 pm

Während die Kätzin zusah wie ihre Patientin die Kräuter kaute glitten ihre Gedanken einen Moment lang hinfort in die Ferne. Wo Cassiel sich jetzt wohl umhertrieb?
Ihre lindgrünen Augen sahen sich um ehe ihr Blick wieder auf die graue Kätzin fiel die sich sogleich als Heidesturm vorstellte.
Rosiella lächelte die Graue freundlich an, die sie ein wenig an Schattenauge erinnerte, vor allem aber wegen der Analogie ihrer Namen.
Die Frage die die Graue ihr stellte stimmte Rosiella traurig, auch wenn sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen.
"Nun...Cassiel war einst ein Wanderer ebenso wie ich es war. Ich bin lange umhergestreift auf der Suche nach etwas, das einem Zuhause am Nächsten kam. Ich war die irischen Wälder gewohnt...Naja...Es war kein spektakuläres Aufeinandertreffen fürchte ich. Also erwarte keine allzu spannende Geschichte. Es hat geregnet. Wir haben uns auf einer Straße im Zweibeinerdorf getroffen und uns einen Unterschlupf geteilt. Ich wollte sowieso weiterziehen und seine...Exotik hat mich angezogen. Schon von Anfang an. Also beschloss ich meinen Weg mit ihm zu gehen. Nur ein Stück...aber die Gefühle kamen mir dazwischen. Wir haben kleine Abenteuer erlebt und uns ineinander verliebt. Cassiel war es der mich hierher führte und mir hier ein Zuhause gab, eine Familie gab, einen Sinn in meinem Leben gab."
Einen Moment lang nahm die Stimme der großen gestreiften Kätzin einen warmen sehnsuchtsvollen Ton an, ehe sie ihren Blick in die Gegenwart zurückzwang und mit weitaus nüchterner Stimme fortfuhr: "Wir hatten kein leichtes Leben. Als Streuner bist du die meiste Zeit deines Lebens auf dich allein gestellt und so sehr ich meine kleine Familie auch beschützen wollte...es ging nicht. Meine Söhne...Amun wurde von den Zweibeinern entführt und wurde bis heute nicht mehr gesehen. Seymour erlag einem starken Husten eines kalten Tages. Meine Tochter, Sheila, hat wohl mein temperamentvolles Blut und Cassiels Abenteuerlust geerbt, sie wollte auf Reisen gehen, die große Welt kennen lernen. Ich hoffe es geht ihr gut...Ob Cassiel sie wohl eines Tages trifft?"
Der letzte Gedanke war laut ausgesprochen, ein schöner Gedanke das musste sie zugeben, der geliebte Gefährte und die geliebte Tochter vereint auf ihren Abenteuern...
Rosiellas Augen schwammen in ungeweinten Tränen die sie nun schon so lange zurückhielt, dass es sich anfühlte als würden ihre sorgsam errichteten Dämme gleich brechen.
Sie blickte auf Heidesturm die sie interessiert anblickte und räusperte die Tränen hinweg.
"Geblieben ist mir nur Shâiya, meine Tochter die mich jeden Tag aufs Neue an ihren Vater erinnert. Cassiel hat uns verlassen musst du wissen. Ich schätze mein Herz wusste es schon sehr lange. Er war unglücklich, ruhelos, geradezu getrieben von einer Sehnsucht die ihn fort trug von diesem Ort. Er war noch nie der Typ Kater der gern lange an einem Ort blieb. Ich schätze ich wusste es als seine Reisen ins Zweibeinerdorf immer länger dauerten und die Entschuldigungen immer...fader wurden. Na jedenfalls bin ich hier nun diejenige die sein Werk als Heilerin fortführt. Ich denke du bist in guten Pfoten. Du solltest dich vielleicht ein wenig ausruhen. Du kannst dir gern hier ein Nest einrichten wenn du möchtest. Ich geh hinaus und sehe ob ich die ein oder andere Ratte für uns erlegen kann. Bei diesem unsäglichen Wetter solltest du nicht hinaus müssen. Ich schätze ich werde nicht lange brauchen."
Rosiella lächelte freundlich und trabte hinaus aus der Monsterleiche. Der Grund warum sie nun auf die Jagd ging war nicht nur der, dass Heidesturm nicht mehr in den Regen hineinsollte...nein...die gealterte Streunerdame sehnte sich danach ein wenig allein zu sein. Allein mit ihrer Erinnerung an die letzten Momente mit Cassiel der eines Abends durch das Loch am Zaun hereinkam durch da sie gerade verschwand. An Cassiel wie er sie zu einem Spaziergang bat und an Cassiel der ihr mit gequälter Miene erklärte, dass er hier nicht länger bleiben konnte, der ihr anbot mit ihm zu kommen und der weise lächelnd ihrer Entscheidung zu bleiben zustimmte. Als Rosiella an seine letzten liebevollen Worte dachte, begann sie zu rennen. Je schneller sie wurde desto schneller flossen auch ihre so lange zurückgehaltenen Tränen der Sehnsucht. Ihr Schluchzen verschmolz mit den Worten des rot getigerten Wanderers.
'Du bist ebenso weise wie du schön bist. Ich verspreche dir, mein Herz bleibt hier bei dir. Gib Acht darauf. Eines Tages werden wir uns wiedersehen meine geliebte kleine Kriegerin."

Wenige Stunden später, der Mond war nun einer sanften Dämmerung gewichen, betrat Rosiella die Monsterleiche vor der sie eben noch ihr Fell ausgeschüttelt hatte. Aus ihrem Maul ragte ein verkümmertes, sehr mageres Eichhörnchen für das sie bis tief in die Zweibeinersiedlung hatte vordringen müssen. Nicht weit von ihr hatte sich Heidesturm niedergelassen die einigermaßen friedlich zu schlafen schien.
Rosiella legte das Eichhörnchen in ihre Nähe und legte sich dann selbst in das Nest, das einst ihr und Cassiel gehört hatte dessen Geruch immer schaler wurde je mehr Zeit verging. Von ihren Tränen war nichts mehr zu sehen. Sie war wieder die starke Tigerkätzin. Auch wenn der Schlaf in den sie verfiel ein eher unruhiger und keinesfalls erholsamer war.

[Antwortet Heidesturm & erzählt ihr ihre und Cassiels Geschichte, betrauert Cassiels Weggang und geht auf Jagd, legt Eichhörnchen vor Heidesturm ab und schläft ein]
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Heidesturm

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BeitragThema: Re: Schrottplatz   Sa Dez 03, 2016 2:36 pm

Heidesturm bereute sofort ihre Frage, als sie bemerkte wie ein Trauer in den Augen von Rosiella aufblitzte. Jedoch, schien diese es zu verdrängen und antwortete der graubraunen Einzelläuferin. Die cremebraune Tigerkätzin erzählte davon, dass Cassiel früher ein Reisender war und sie ebenfalls. Heidesturm zuckte überrascht mit dem rechten Ohr, als sie erwähnte, dass sie aus Irland stammt. Zwar war die Ex-Kriegerin keine Expertin von dem Standort anderer bewanderter Orte, jedoch konnte sie sich vorstellen, wie weit Rosiella gereist sein musste. Viel weiter als sie selbst. Während ihr Gegenüber weitererzählte, zeichnete sich ein leichtes Lächeln auf den Lippen der Kätzin ab, verursacht durch die schlichte, doch schöne Geschichte von Rosiella. Die große Einzelläuferin schien ebenfalls von ihren eigenen Worten mitgerissen zu sein, denn in ihrer Stimme sammelte sich die warme Sehnsucht, die auch Heidesturm jedes Mal verspürte, wenn sie über ihre eigene Familie nachdachte. Doch diese veränderte sich, als die Cremebraune fortfuhr. Der Blick von der Kätzin schwang in Mitgefühl um, als sie davon erzählte, wie sie die meisten ihrer Jungen mehr oder weniger verloren hatte und ihr nur eine Tochter namens Shâiya geblieben war. Bei dem Gedanken, dass eine ihrer Töchter namens Sheila zusammen mit Cassiel herumreiste und Rosiella sichtlich mit ihren Tränen zu kämpfen hatte, lächelte Heidesturm sie aufmunternd an. "Nichts ist unmöglich.", entgegnete sie mit einer freundlichen, warmen Stimme und ließ die Kätzin darauf weitererzählen. Die Erklärung wie Cassiel fortgegangen war erinnerte Heidesturm an ihr eigenes Verlassen. Auch sie hatte, ähnlich wie Rosiellas Gefährte, sich nicht mehr in ihrem eigenen zu Hause daheim gefühlt und sich dazu entschieden, ihren Clan und Familie zu verlassen.
Schließlich beendete Rosiella ihre Geschichte mit den Worten, dass sie in die Fußstapfen von Cassiel getreten war und sie in guten Pfoten war. Darauf verließ die Einzelläuferin die Monsterleiche, wobei sie sagte, dass sie für die Graubraune etwas zu Essen fangen würde und diese sich währenddessen ein Nest in dem Bau einrichten konnte. Schuldgefühle machten sich in der ehemaligen Waldclankriegerin breit. Zum einem, da Rosiella sicher wegen der Erinnerung an ihre zerstreute Familie traurig war und zum anderen, da sie sich wie eine Last für andere fühlte. Bisher hatte sie jeder Katze, die sie getroffen hatte Umstände gemacht nur, weil sie selbst zu unfähig war sich um sich selbst zu kümmern. Sie wusste, dass es nicht ihre Schuld war, sondern die ihres Hustens. Jedoch konnte sie trotzdem das Gefühl nicht abwerfen.
Nach einem ungewiss langen Augenblick machte sich Heidesturm daran, die Monsterleiche nach einem geeigneten Platz für ein Nest zu finden. Sie wollte sich nicht auf dem Sitz breitmachen, da sie schwer davon ausging dass Rosiella dort schlief und der Einzelläuferin nicht noch näher treten wollte als sie es schon getan hatte. So entschied sich die Heideblauäugige dazu, ganz vorne an der Schnauze des Monsterinneren zu schlafen. Darauf schaute sie sich nach geeignetem Nestmaterial um, erblickte jedoch nichts was sie dafür benutzen wollte. Nein, sie war natürliches Material gewohnt. So überlegte sie sich, wo sie einigermaßen trockenes Moos oder weiteres finden konnte. Ihr Gedanke fiel auf den geschützten Boden unter der Monsterleiche. Sie musste schon seit Ewigkeiten hier liegen und vielleicht hatte sich währenddessen etwas Grün darunter gebildet. Heidesturm ging ihrer Vermutung nach und verließ den Baum Rosiellas, worauf sie schnell unter die tote Monstrosität schlüpfte und freudig die Ohren spitzte, als sie dort tatsächlich eine kleine Moosschicht vorfand. Sachte fuhr sie mit den Krallen unter das Grün und zog es langsam vom Boden ab, ehe sie mit dem Nestmaterial zurück in die Leiche trat. Der Regen hatte sie nicht sehr getroffen, weswegen ihr Fell nur an manchen Stellen etwas feucht war. Danach legte sie das Moos an dem vorgesehenen Platz hin, worauf sie es zu einer runden Kuhle formte und sich zufrieden reinlegte.
Sie beschloss ihr Fell noch kurz einer Pflege unterzuziehen, während sie auf die Rückkehr von Rosiella wartete. Einige Zeit verging und Heidesturm merkte, wie ihre Augenlieder immer schwerer wurden. Sie versuchte gegen die Müdigkeit anzukämpfen bis die cremebraune Kätzin zurück war, doch sie schaffte es nicht. So war sie, als die ältere Einzelläuferin zurückkam schon längst am Schlummern.


Nächster Morgen

Als sich beim Aufwachen Heidesturms Sinne aufklarten, nahm sie den Geruch von Beute wahr, der ihr ein lautes Magenknurren verursachte. Langsam schlug sie die Augen auf, um nahe von sich ein totes Eichhörnchen zu erkennen. Von Rosiella, wie sie zweifelsohne vermutete. Als die Blauäugige immer noch etwas schläfrig ihren Blick durch den Bau gleiten ließ, entdeckte sie Rosiella, die noch seelenruhig in ihrem Nest schlief. Die Einzelläuferin hievte sich aus ihrem Nest, ehe sie zu dem Beutestück trabte und es beschnupperte, bevor sie sich einen Bissen nah. Ihre Erkältung ließ das saftige Fleisch fader schmecken und ihre nun durch die Kräuter etwas weniger zue Nase, ließ das Atmen währenddessen etwas schwer machen. Doch war es erträglicher als die letzten Tage geworden, sodass die Kätzin wohl nicht mehr allzu lange mit der Krankheit zu kämpfen hatte.
Heidesturm wollte nicht die ganze Beute für sich beanspruchen und fand, dass es nur richtig wäre, wenn das Eichhörnchen mit Rosiella teilte. So packte sie das halb aufgegessene Eichhörnchen zwischen den Zähnen und trug es zu der cremebraunen Tigerkätzin. Sie legte es ihr vor die Pfoten, bevor sie die Einzelläuferin sachte mit einer Pfote anstupste und diese mit einem freundlichen Lächeln begrüßte: "Guten Morgen. Ich fand es nur gerecht, dass du auch etwas von dem Eichhörnchen abkriegst. Schließlich hast du es ja gefangen."

[bei Rosiella | hat Schuldgefühle | richtet sich ein Nest ein | schläft ein | wacht auf | isst die Hälfte des Eichhörnchens | bringt es zu Rosiella und weckt sie auf]

Out: Vergessen wir grad mal den Fakt, dass sich Rosiella wegen dem Eichhörnchen bei Heidesturm anstecken könnte ^^`
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