Warrior Cats

Ein Gebirge. Vier Clans. Werden sie überleben...?
 
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 Tief im Hauskätzchenviertel

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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Mo Apr 13, 2015 10:03 pm

„Ach mit Wasser habe ich eigentlich noch recht wenige Probleme.“, erklärte Cassiel, schaute aber trotzdem ein wenig missmutig in die Fäden aus Wasser, die sich vor der Scheibe abzeichneten.
„Ich habe eher ein Problem damit wieder richtig trocken zu werden, jede Menge langer Pelz und so, ich nehme an du verstehst.“, fügte er noch hinzu und schüttelte sich, wobei sein langes Fell sich aufbauschte und er auf einmal wesentlich plüschiger aussah. Doch ebenso schnell legte sich der rötliche Pelz auch wieder, während Cassiel mit der Zunge und den Pfoten ein wenig nachhalf.
Gerade wollte Cassiel auf Annabeths Frage antworten, als die Siamkatze, Noriko, sich erhob und verabschiedete.
Der große Kater verkniff sich ein Lächeln, als die wesentlich kleinere Katze ihm drohte ihn umzubringen, sollte er Annabeth etwas antun.
„Seid versichert, das ich ihr gegenüber keinerlei böse Absichten hege.“, antwortete er nur und nickte der Schwarzgesichtigen zum Abschied zu. Doch irgendwie fühlte er sich ein wenig unwohl, fast so als hätte er sich zwischen die beiden gedrängt. Er warf einen Blick auf Annabeth gespannt auf ihre Reaktion, und blickte dann der Siamkatze nach.
„Soll ich wirklich bleiben?“, fragte er dann nochmal nach und wandte sich wieder Annabeth zu.
„Sie wirkte irgendwie… ein wenig verstimmt, habe ich so das Gefühl.“, meinte er und ihm kam der Gedanke, dass die beiden sich vielleicht gemeinsam einen schönen Tag hatten machen wollen.
Annabeth schien nichts gegen seine Anwesenheit zu haben, doch Noriko wirkte… nun ja, verstimmt, ein besserer Ausdruck fiel ihm nicht ein.
„Vielleicht solltest du ihr folgen, ich kann ja solange alleine hier warten bis der Regen wieder etwas nachgelassen hat.“, schlug er vor.

[Antwortet Annabeth, verabschiedet sich von Noriko, schlägt vor alleine zu warten]
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Annabeth

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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Do Apr 16, 2015 2:39 pm

Erneut völlig verwirrt und aus dem Konzept gebracht schaute Annabeth zu ihrer Freundin, als diese sich plötzlich dazu entschied, nach Hause zu gehen und sich dazu auf ihre hübschen, schwarzen Pfoten erhob. Wie passte denn das nun wieder ins Bild? Was hätte sie denn für einen Anlass, jetzt nach Hause zu gehen? Die weißbraune Hauskatze setzte bereits dazu an, Noriko direkt zu fragen, als diese sich mit einer geradezu scharfen Drohung an den großen, roten Kater wandte, während dieser sie sofort höflich zu besänftigen versuchte.
"Anstellen?", entfuhr es Ann in einer Mischung aus Verständnislosigkeit und peinlich berührter Empörung, so dass ihre Stimme untypisch hoch klang. Nein, was dachte sich Nori denn nur? Dachte sie wirklich, dass Cassiel mit Annabeth... unlautere Dinge vorhatte? Die Kätzin spürte, wie ihr vor Peinlichkeit das Nackenfell zu Berge stand, wenn sie daran dachte. Sagte ihre Freundin sowas, um sie mit Absicht zu ärgern? Oder war da etwas anderes? Sie wurde das Gefühl nicht los, dass Noriko sich vor dem Maine Coon auffällig seltsam verhielt.
"W-wie kommst du denn nur auf sowas?", fragte Annabeth und schüttelte sich energisch aber dennoch elegant, damit sich ihr Fell wieder anlegen konnte. Doch anstatt auf ihre Freundin zu reagieren, drehte sich die Siamkätzin nur um und miaute zum Abschied:"Ruf mich, wenn du mich brauchst, Annabeth. Bis später."
"Was? Aber es regnet doch in Strömen!", rief Annabeth ihr nach, doch ihr cremefarbener, mit wenigen dunkelbraunen Abzeichen beschmückter Pelz war schon hinter der Tür zum Gewächshaus verschwunden. Da Cassiel nichts sagte und Ann nur einmal kurz seufzte, während sie vor Verwunderung und Trübsinn die braunen Ohren etwas anlegte, hörte man für einen Moment nur das beständige Prasseln des Regens, der durch die halb geöffnete Tür in das warme Gewächshaus hallte, wobei sie selbst wie in einer geschützten Blase trocken und unberührt vom Lärm blieben. Die dreifarbige Katze konnte sich keinen Reim darauf machen, was mit Noriko los war. Das war doch kein bloßes Misstrauen gewesen, oder?
Andererseits... Ann erlaubte sich einen Seitenblick auf den Reisenden neben sich aus ihren bernsteinbraunen Augen und fühlte, wie ihre Ohrspitzen warm wurden. Vielleicht hatte es doch damit zu tun, dass Noriko den Kater vom Schrottplatz attraktiv fand. Annabeth hatte mit so etwas noch wenig Erfahrung, aber vielleicht verhielt man sich ja so, wenn man sich auf diese spezielle Weise zu jemandem hingezogen fühlte.
Plötzlich fuhr die Kätzin mit großen Augen hoch. Oh nein! Was wenn sie selbst schuld an Noris Gefühlen war? Was wenn sie sich, ohne sich dessen bewusst zu sein, so zwischen ihr und dem Besucher gedrängt hatte, dass ihre Freundin eifersüchtig geworden war? Vielleicht hätte sie sich etwas zurückhalten sollen! Stattdessen hatte sie die Neugier darüber gepackt, was Cassiel alles über Pflanzen und diesem Schrottplatz wusste. Schuldbewusst ließ sie die Ohren und die feinen Schnurrhaare hängen. War sie wohl jetzt sauer auf Annabeths unsensiblem und unbedachtem Verhalten?
"Soll ich wirklich bleiben?", hörte sie die markante Stimme Cassiels neben sich. Anscheinend hatte auch er Norikos merkwürdiges Verhalten bemerkt und wusste nun nicht, was das Beste wäre, war aber bereit, sich in das Nass hinauszuwagen, um die Lage zu beruhigen.
"Vielleicht solltest du ihr folgen, ich kann ja solange alleine hier warten bis der Regen wieder etwas nachgelassen hat.", schlug er umsichtig vor und Annabeth dachte einen Moment über seinen Rat nach, wobei sie ihren schlanken Schweif fest und unbehaglich um ihre Vorderpfoten schlang. Aber dann schüttelte sie nur leicht mit dem Kopf und seufzte erneut, wenn auch leise.
"Wenn sie aus irgendeinem Grund wütend auf mich ist, bringt es vermutlich nichts, ihr nachzulaufen. Vielleicht mache ich es damit nur noch schlimmer.", überlegte sie laut und runzelte die Stirn. "Aber ich werde ein wenig später zu ihr gehen und mit ihr reden. Sie soll wirklich nicht denken..." - dass ich ihr die Kater wegschnappe, hätte sie beinahe gesagt, wiegelte es aber hastig zu einem "Sie soll wirklich nichts falsches von mir denken." ab. Eine Weile saß Annabeth einfach nur da, zuckte leicht mit ihren Ohren und kaute unwohl und auf ihre typisch unruhige Art auf ihrer Unterlippe herum, ehe sie die Stille bemerkte, die sich wie ein dicker Nebelschleier über sie und ihren Gast zu legen drohte. Sie wäre eine schlechte Gastgeberin, Cassiel nun so stehen zu lassen.
Deshalb versuchte sie ein zaghaftes Lächeln und schaute zu dem großen, löwenhaften Kater hinauf:"Jedenfalls finde ich es wirklich beeindruckend, dass du mit Pflanzen kranken und verletzten Katzen helfen kannst, Cassiel. Glaubst du, wir könnten dich einmal auf diesem... diesem Schrottplatz besuchen kommen, um zu sehen, wie du mit Pflanzen arbeitest?
Sie sah sich kurz im kleinen, gut duftenden Gewächshaus um, das vollgestopft mit Pflanzen war. "Kannst du jede Pflanze zum Heilen nutzen oder nur ganz bestimmte?"

[bei Noriko und Cassiel im Gewächshaus]
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Noriko

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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Fr Sep 04, 2015 9:08 pm

Sprung

Betrübt saß Noriko auf dem Fenstersims ihres Heimes und blickte hinaus in den Regen. Hinter ihr hörte sie, wie ihr Frauchen mit ihrer Zweibeinerfreundin spielte, die heute zu Besuch war. In solchen Momenten brauchte sie Noriko meistens nicht, außer sie wollten beide mit ihr spielen. Aber das war eher selten. Erst Abends, wenn das andere Mädchen wieder nach Hause gegangen wäre, würde ihr Frauchen wieder Zeit für sie haben.
Normalerweise störte sie das auch nicht, da sie tagsüber eigentlich auch immer draußen unterwegs war. Nur heute eben nicht. Nicht, weil es regnete und frischer draußen geworden. So etwas störte die Siamkätzin schon lange nicht mehr, schließlich hatte sie ein dichtes, wärmendes Fell. Nein, ihr fehlte einfach die Gefährtin, um gemeinsame Abenteuer zu erleben. Annabeth.
Wie von selbst glitt Norikos blauer Blick in Richtung des Nachbargartens, wo ihre beste Freundin wahrscheinlich immer noch mit dem fremden Kater traschte oder schon kuschelnd mit ihm in einer Ecke lag. Wer konnte schon sagen, was die beiden trieben? Annabeth war zu naiv, um so etwas zu verstehen, den Kater selbst konnte Noriko nicht einschätzen.
Jetzt bereute sie es irgendwie, die beiden alleine gelassen zu haben. Andererseits war sie aber auch zu stolz, wieder zu ihnen zu gehen. Annabeth schien es schließlich gar nicht gestört zu haben, dass sie gegangen war. Wieso auch, mit Cassiel konnte sie ja herrlich über die seltsamen Pflanzen ihres Frauchens sinnieren. Und das hatte sie mit Noriko nie können.
Erschrocken sprang die Siamkätzin auf, als plötzlich ein Stofftier neben ihr gegen die Glasscheibe flog, die den Raum innen von der Außenwelt trennte. Sie verlor den Halt auf dem Fenstersims und fiel herunter, drehte sich aber geschickt herum, sodass sie noch rechtzeitig auf den Pfoten landete. Mit gesträubtem Fell sah sie zu dem Stofftier, das wohl einen Hasen darstellen sollte.
Im nächsten Moment kam schon die Freundin ihres Frauchens lachend angelaufen und holte das Plüschding wieder zu sich. Leicht verzog Noriko das Gesicht, sodass man ihre Zähne sah, ehe sie zur Glastür ging und laut maunzte. Zum Glück achtete ihr Frauchen gerade genug auf sie, um zu erkennen, dass sie raus wollte, und öffnete ihr die Tür, ehe sie sich wieder zu dem anderen Mädchen begab.
Kurz noch sah Noriko zu den beiden Kindern, ehe sie das warme Wohnzimmer verließ und den Regen hinauslief. Wie von selbst wollten ihre Pfoten sie schon in den Nachbargarten tragen. Schnell erkannte sie ihren Fehler aber und wandte sich in die andere Richtung ab. Gehe ich eben alleine Abenteuer erleben, dachte sie sich, seufzte erneut und sprang dann mit Schwung über ihren eigenen Zaun hinaus auf den schmalen Donnerweg, der an der Häuserreihe vorbeilief.
Ohne ein bestimmtes Ziel lief die Siamkätzin dahin, während ihr Fell langsam vollkommen durchnässt wurde. Die Kälte aber spürte sie nicht, nur die Leere an ihrer Seite. Wie hatte der erwachsene Zweibeiner mal gesagt? Man erkennt erst, wie wichtig einem jemand ist, wenn dieser weg ist. Wie wahr das doch war.

[in ihrem Zuhause | schaut aus dem Fenster | denkt nach | wird erschreckt | geht raus | läuft ziellos am Donnerweg entlang]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   So Sep 20, 2015 12:52 am

Cassiel nickte nur still, bei dem was Annabeth über das plötzliche verschwinden ihrer Freundin zu sagen hatte. Sie wusste sicher was das richtige in dieser Situation war, auch ohne das ein Fremder plötzlich seine Meinung dazu kundtat.
Eine Weile blieb es danach still zwischen den beiden, da keiner von ihnen wohl wirklich wusste was er sagen sollte und man hörte nur das Trommeln der dicken Regentropfen auf dem Dach des Gewächshauses, bis Annabeth doch wieder ein Thema fand um die Stille zu vertreiben.
Belustigt hörte er zu, wie sie fragte ob er wohl mit jeder Pflanze heilen konnte, wenn es doch nur so einfach wäre.
„Ja, ich glaube auch es hilft einigen der Streuner, das es jemanden gibt, der sich nach kleineren Kämpfen die Kratzer ansieht, auch wenn ich nicht mit Sicherheit weiß wie viele überhaupt von mir wissen.“, meinte er, zuerst stolz, zum Ende hin jedoch ein wenig bedrückt. Streuner waren zumeist Einzelgänger, folglich baten sie nicht besonders oft um die Hilfe von anderen.
„Ihr dürft mich natürlich gerne besuchen kommen, allerdings habe ich keinen wirklich geregelten Tagesablauf, also kann es auch sein das ihr mich nicht findet.“, stimmte er dem Besuch zu. „Immerhin muss ich mir mein Futter ja selber besorgen und bekomme es nicht frisch und fertig in einem Napf vorgesetzt.“, fügte er noch hinzu und blickte schelmisch auf die kleinere Katze hinunter. Auch wenn sein Tonfall nahelegte, das er sich ein wenig über das Hauskatzentum lustig machte.
„Und was das heilen an sich betrifft, so kann ich natürlich nicht einfach mit jeder Pflanze helfen. Die meisten Pflanzen wirken nur bei ganz bestimmten Symptomen.“, erklärte er und ließ dabei seinen Blick über die Grüne Farbenpracht im Gewächshaus schweifen. Seine braunen Augen blieben auf einem Büschel Lavendel hängen und er nickte in die entsprechende Richtung. „Lavendel zum Beispiel hilft recht gut gegen Kreislaufbeschwerden oder auch bei Kopfschmerzen.“, er ließ den Blick weiter schweifen, bis er einen kleineren Topf mit einem Waldmeisterpflänzchen darin entdeckte. „Und Waldmeister hilft gegen Entzündungen und beruhigt die Muskeln.“.
Er konnte nicht anders als diesen Ort mehr und mehr zu bewundern, so viele unterschiedliche Pflanzen auf einem Haufen, und alle schienen wohlauf, die Menschen waren schon eine interessante Spezies.
Dabei bemerkte er auch, dass sich der Regen offenbar noch ein wenig verstärkt hatte. Vielleicht war es doch besser, sich jetzt auf den Weg zu machen, als möglicherweise später in noch mehr Regen zu kommen, oder sogar für längere Zeit hierzubleiben. Annabeth war zwar eine nette Gastgeberin, doch wie er Rosiella kannte, würde sie sich bei so einem Wetter vermutlich Sorgen machen wenn er zu lange wegblieb.
„Ich glaube aber, dass ich mich für heute doch verabschiede. Sieht nicht so aus als würde der Regen bald aufhören, also mache ich mich besser auf den Heimweg, bevor man sich noch sorgen um mich macht.“.
Der Alte Kater erhob sich und streckte den Rücken durch, um die Taubheit der Gemütlichkeit aus seinen Gliedern zu vertreiben. Er schenkte Annabeth noch ein freundliches Lächeln und nickte ihr zu Abschied zu. „Auf bald, kleine Micha. Ich schaue nochmal vorbei wenn das Wetter etwas besser ist und nehme mir dann auch ein paar Pflänzchen mit.“.
Damit stieß er vorsichtig die Tür Schritt dann ins Freie und lief gemütlich, mit bereits nach wenigen Augenblicken, vom Regen durchnässtem Fell in Richtung Schrottplatz.

tbc: Zweibeinerbergdorf
[antworte auf Annabeths Fragen, verabschiedet sich, macht sich auf den Heimweg]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   So Okt 18, 2015 11:17 pm

Der große, rotpelzige Kater mit dem südländischen Akzent schnurrte stolz darüber, dass die Einzelläufer auch einen heilkundigen Kater wie ihn hatten, der sich im Notfall um sie kümmern konnte, gab dann aber etwas gedrückter zu, dass viele vielleicht auch gar nicht von ihm wussten. Er stimmte einem Besuch gerne zu, fügte aber auch hinzu, dass es gut möglich war, dass man ihn vielleicht gar nicht antreffen würde. Annabeth stellte sich ein Leben wie seines sehr abenteuerlich vor, zeigte wegen seiner Bedenken vollstes Verständnis und schnurrte mit dem geringelten Schweif wedelnd: „Oh, das würde mir nichts machen. Ein Ausflug zum Schrottplatz ist die Reise sicherlich auch so wert und solltet ihr nicht anzutreffen sein, kann ich warten oder zu einem anderen Tag wiederkommen. Vielleicht kann ich dann auch Noriko dazu einladen, mich zu begleiten. Es würde mich sehr freuen, wenn ihr beide nochmal einen angenehmeren Start hättet.
Als Cassiel mit belustigt funkelnden Augen zu ihr herunterschaute und meinte, sein Essen würde er nicht auf einem Teller serviert bekommen, antwortete mit einem noch immer freundlichen, aber auch halb kecken Grinsen: „Nun, das ist einer der Gründe, warum ich mit meiner Menschenfrau so gut zurecht komme. Aber wir verstehen uns auch und ich möchte behaupten, dass wir wirklich beste Freundinnen sind. Deshalb lebe ich gerne als Hauskätzin.
Sobald Cassiel ihr dann erklärte, wie man mit Pflanzen heilen konnte, wurde Annabeth vollends aufmerksam. Ihre bernsteinfarbenen, warmen Augen begannen zu leuchten und ihre Ohren waren bis nach vorne aufgestellt, als der große Kater von Pflanze zu Pflanze ging und ihr erläuterte, für was sie jeweils gut waren. Ann hatte immer die verschiedenen Düfte der Pflanzen gemocht, die ihre pflanzenverliebte Besitzerin im großen Stil anbaute, und sie wusste auch, dass diese einige anpflanzte, um sie zu essen oder sie in heißes Wasser zu geben, doch dieser Kater eröffnete ihr eine noch faszinierende und großartigere Welt der Pflanzen. Außerdem glaubte sie etwas zu spüren, was er mit ihr gemeinsam hatten, obwohl sie aus so unterschiedlichen Gegenden kamen. Denn genau wie sie es zuweilen war, wenn es um ihren Garten ging, so schien auch er bei diesem Thema vollkommen in seinem Element zu sein und Ann verspürte den Wunsch, gerne mehr von ihm zu lernen.
Doch bald verabschiedete sich Cass freundlich, streckte noch einmal ausgiebig seinen großen, kräftigen Körper und schnurrte dann in seiner sonderbar südländischen Art: „Auf bald, kleine Micha. Ich schaue nochmal vorbei wenn das Wetter etwas besser ist und nehme mir dann auch ein paar Pflänzchen mit.“
Ich freue mich auf unser Wiedersehen, Cassiel.“, erwiderte Ann ebenso freundlich und zuckte zum Abschied mit den Ohren, eher seine langpelzige Gestalt im Regen der Nacht verschwand. Sie selbst wartete noch ein wenig im Gewächshaus, stupste jede Pflanze, von der der neue Bekannte gesprochen hatte, noch einmal an, wie als wolle sie das Gesagte nicht wieder vergessen und hörte schließlich, dass die Regentropfen gemächlicher auf das Glas des kleinen Häuschens trommelten. Irgendwann versiegten sie sogar ganz.
Die weiß-braune Hauskätzin trat mit langsamen Schritten aus dem Spalt, der zwischen Glaswand und Tür entstanden war und schaute zum größtenteils mit Wolken verhangenen Himmel, dann schüttelte sie sich. Überall hatten sich große Wasserlachen gebildet, da der Boden soviel Wasser nicht aufnehmen konnte und die Bürgersteige und Straßen waren vollkommen nass, doch sie selbst störte das nur wenig. Ihre milchweißen Pfoten wurden nass und die Luft war verfüllt mit der feuchten Kälte des Herbstes. Zuerst hatte Annabeth überlegt, durch die Katzenklappe in ihr Haus zu gehen, aber dann lief sie quer durch die Beete des Garten und hüpfte auf die Steinmauer aus Feldsteinen, um von dort in Norikos Garten zu springen. Die Steine waren glitschig, so dass ihre Hinterläufe leicht ausglitten beim Abspringen, dennoch aber kam sie fest auf allen Vieren auf und trottete zum Haus auf diesem Grundstück. In den Fenstern brannte Licht, doch die hübsche Siamkätzin konnte Ann nicht erkennen und als sie fast vor der Tür zum Stehen kam, stieg ihr ein frischer Geruch ihrer Freundin in den Rachenraum, so dass sie sich verwundert umschaute, und versuchte, herauszufinden, wo Nori wohl hingegangen war. So folgte sie den Spuren bis zu Straße, fort vom Grundstück und konnte unter den Lichtern der Laternen eine vor sich hin trottende Katzengestalt in der Ferne ausmachen. Die Hauskätzin seufzte tonlos. Was hatte die cremefarbene Kätzin denn vor? Mit leisen, zügigen Schritten folgte sie ihr die stumme, unbelebte Straße der Siedlung entlang, es war die Kirschallee, wie die Menschen sie nannten, da an den Bürgersteigen hübsche, niedrige Kirschbäume die Straße säumten. In ihren Gedanken kamen die Sorgen um ihre Freundin wieder hoch und die Verwunderung über ihre Reaktionen. Als sie nah genug an sie herangekommen war, miaute Ann ihr von hinten zu: „Wo willst du denn alleine hin?

[bei Cassiel im Gewächshaus in ihrem Garten, dann auf dem Nachbargrundstück, dann bei Noriko in der Kirschallee]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Sa Okt 24, 2015 12:19 pm

<-- Gebirgskette

Lautlos schlich eine dunkle Shillouette durch die spärlich erhellten Gassen. Es war tiefste Nacht, die meisten Monster und Zweibeiner ruhten. Nur dann und wann, flackerte ein Licht in einem der Zweibeinerbauten.
Der Regen hatte nicht aufgehört. Noch immer, prasselte er unentwegt auf das Pflasterstein, floss in Rinnsalen über dieses hindurch, bis es von großen, von Zweibeinerhänden geschaffenen Einkerbungen aufgehalten wurde und in diese hineinfloss..  Unter einem riesigen Monster fand die Kätzin Schutz. Früher, hätte sie sich womöglich vor Angst nicht rühren können, doch Funkenflug hatte gelernt, dass diese Dinger sich nur zu rühren schienen, wenn sich Zweibeiner in ihm befanden - war dies nicht der Fall, waren sie unbeweglich und ohne jegliche Reaktion..
Während die Regentropfen prasselnd auf die kalte, glatte Haut des Monsters trafen, überlegte Funkenflug, wo sie diese Nacht ruhen würde. So still und bewegungslos dieses Monster gerade auch war, als Ruheort, war es nur bedingt geeignet. Der bloße Gedake, auf bewohntem Zweibeinerterritorium zu schlafen, weckte in Funkenflug ein innerstes Sträuben. Noch während sie in Gedanken war, erhaschte eine Bewegung aus ihrem Augenwinkel ihre Aufmerksamkeit. Ein kleiner, dunkler Schatten. Die tiefvioletten Iriden der Kätzin leuchteten auf. Die Maus, fast unsichtbar in der Dunkelheit, war gerade Dabei, in den Schutz einer dunklen Gasse zu trippeln.
Es war ein Akt von Sekunden gewesen, welche die getigerte gebraucht hatte, unter dem Monster hindurch zu gleiten und das ahnungslose Tier mit den Krallen zu schnappen - Routine. Zurück im Schutze des Monsters, schlug sie die Zähne in das kleine, aber wohlgenährte Tier - nicht anders zu Erwarten von Hauskätzchenviertel-Mäusen - und ließ das warme Blut durch ihre Kehle rinnen. Nachdem das Beutetier verschlungen war, hob sich die Kätzin auf die Pfoten.
Sie hatte beschlossen, sich in Richtung Schrottplatz aufzumachen. Die toten Monster würden ihr Schutz über die Nacht gewähren und besonders weit war es Ebenfalls nicht. In Wirklichkeit, hielt sich die Müdigkeit der Kätzin in Grenzen. Zu groß war der Drang, einfach weiterzulaufen, bis sie die Clanterritorien erreicht hatte.. Allerdings wusste sie ganz genau, dass es töricht war, ihre Reise unausgeruht fortzusetzen. Sie war seit den frühen Morgenstunden auf den Pfoten, und auch, wenn ihr Wille sie auszutricksen schien, wusste sie: ihr Körper brauchte Ruhe. Am nächsten Morgen, würde sie ihre Route, Richtung Bergdorf und Clanterritorien, wieder einschlagen.
Ihr schmaler Blick streifte zwei Hauskätzinnen - in ihrer naiven Unbeschwertheit an einem Donnerweg entlanglaufend - als sie sich auf ihren letzten, kurzen Marsch für diese Nacht machte..

--> Schrottplatz

[Läuft durch Gassen, sucht Schutz unter Monster, erbeutet Maus, macht sich auf dem Weg zum Schrottplatz]
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Noriko

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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Sa Nov 07, 2015 3:11 pm

Ohne ein bestimmtes Ziel lief Noriko den kleinen Donnerweg entlang und ließ ihren blauen Blick mal http://warriorcats-rpg.forumieren.de/post?t=224&mode=reply#hierhin, mal dorthin schweifen. Ihre Pfoten fühlten sich schwer an, während sie so dahin trottete. Sie störte sich nicht daran, dass der Regen sie mittlerweile vollkommen durchnässt hatte. Auch die Kälte unter ihrem Fell spürte sie kaum. Viel mehr vermisste sie die fröhliche Leichtigkeit Annabeths neben ihr. Sonst ging ihr das aufgedrehte Herumgerenne ihrer besten Freundin auf die Nerven, aber jetzt fehlte es einfach.
Ich hab gar nicht bemerkt, wie sehr ich mich an sie gewöhnt habe. Sie war einfach immer da. Jetzt nicht mehr. Ich hab sie einfach allein gelassen, dachte sie sich und seufzte tief. Wieso nur hatte sie ihren Stolz nicht überwinden können und bei Annabeth und diesem Flohsack von Cassiel bleiben können? Vielleicht wäre er dann schneller wieder abgehauen und sie hätte wieder den Tag mit ihrer besten Freundin verbringen können.
Eine Stimme hinter ihr riss die Siamkätzin aus ihren Gedanken und ließ sie inne halten. Kurz zuckten ihre Ohren nach hinten, ehe sie auch den Kopf umwandte und im Licht der Straßenlichter die Gestalt von Annabeth ausmachte. Augenblicklich machte ihr Herz einen Satz und ihre Pfoten wollten sie schon sofort umdrehen lassen, um der Kätzin entgegen zu laufen.
Ihr Stolz aber ließ sie still stehen und so blickte sie einfach zu Annabeth zurück. Dabei fiel ihr ein, dass sie ja eine Frage gestellt hatte, worüber sie kurz nachdachte. Ja, wo wollte sie eigentlich hin? Ein Ziel hatte sie nicht, sie hatte sich nur vorgenommen, alleine Abenteuer zu erleben. Aber meistens fand ja eigentlich Annabeth die Abenteuer. Noriko hatte dafür kein Talent. Ohne ihre beste Freundin wäre Norikos Leben wahrscheinlich ziemlich langweilig.
Kurz schluckte die Siamkätzin und blickte dann wieder nach vorne. "Keine...Ahnung", erwiderte sie schließlich leise. In diesem Moment kam sie sich ziemlich armselig vor. Eifersüchtig auf einen Kater war sie abgehauen und jetzt lief sie hier alleine ohne Ziel herum. Auf Annabeth musste sie einen ziemlich armseligen Eindruck machen.

[läuft herum | hört Annabeth | schaut sich kurz zu ihr um | antwortet ihr]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Mi Nov 11, 2015 11:17 am

Noriko sprach in Rätseln. Oder besser, sie sagte fast überhaupt nichts, starrte Annabeth nur aus ihren blauen Augen an und stand stocksteif auf dem Donnerweg. Sie wirkte wie ein Trauerkloß. Und all das nur, weil die dreifarbige Hauskatze sich unterhalten hatte? Sie konnte nicht anders, als erneut darüber nachzudenken, dass ihre beste Freundin den interessanten Fremden vielleicht attraktiv fand und sich nun aus Verwirrung oder Eifersucht derartig benahm.
Während sie über die richtigen Worte nachdachte, um ihre Gedanken auszudrücken, trottete Annabeth mit raschen, eleganten Schritten an die Siamkätzin heran und schmiegte sich in einer tröstenden Geste leicht an ihre vom Regen noch nasse Flanke, auch wenn dieser selbst mittlerweile abgeebbt war.
"Nori, ich weiß nicht genau, warum du vorhin fortgegangen bist und ich möchte auch sicher nicht meine Nase in deine Angelegenheiten bohren, aber... solltest du Cassiel näher kennenlernen wollen, möchte ich dir nicht im Weg stehen. Wenn du vorhin eifersüchtig warst, weil ich so viel mit ihm gesprochen habe, kann ich mich ja nächste Mal zurückhalten und... naja, euch zum Beispiel zusammen alleine lassen."
Aufmunternd schauten ihre aufgeweckten Bernsteinaugen warm in das dunkelbraune Gesicht ihrer Freundin.
"Ich hätte kein Problem damit, wenn ihr einander näher kommen würdet, denn das würde nichts daran ändern, dass wir beide für immer beste Freundinnen bleiben würden, das weiß ich. Daran wird sich niemals etwas ändern. Aber das bedeutet ja nicht, dass man sich nicht verlieben darf oder allen anderen Bekanntschaften den Rücken kehren muss.
Und er war ja auch wirklich ein interessanter Gesprächspartner, hat als Streuner sicher spannende Geschichten zu erzählen und was er über Pflanzen zu erzählen weiß, ist faszinierend. Ich sehe meinen Garten jetzt mit ganz anderen Augen. Trotzdem kann ich mich gerne nächstes Mal zurückhalten.
"
Ein helles Schnurren stieg ihre milchweiße Kehle hinauf, als sie lächelnd und fast etwas verschmitzt hinzufügte:"Er hat uns auf seinen Schrottplatz eingeladen, bevor er ging."

[auf einem Monsterweg, bei Noriko]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Fr Nov 13, 2015 5:56 pm

Noriko wollte die Nähe von Annabeth genießen, als sich die gescheckte Kätzin an sie schmiegte. Zu gerne hätte sie ihre Nase in dem duftenden Fell ihrer besten Freundin vergraben und den Streit – wenn man ihn denn so nennen konnte – einfach vergessen.
Als sie aber die Worte ihrer Freundin hörte, stellte sich unwillkürlich ihr Nackenfell auf und sie wich augenblicklich von Annabeth zurück.
“Wie naiv bist du eigentlich?! Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass mir dieser stinkenden Flohhaufen auch nur in geringster Weise gefallen hat! Du hast dich doch gleich an ihn heran geschmissen wie eine rollige Kätzin!“, fauchte sie und konnte dabei nicht verhindern, dass ihre Stimme anfing zu zittern.
Die Siamkätzin wollte nicht hören, wie sehr Annabeth das Gespräch mit Cassiel genossen hatte. Sie wollte nicht hören, dass sie Interesse an dem Kater hatte. Am liebsten wollte sie die Sache einfach nur vergessen, aber die Eifersucht in ihr ließ es einfach nicht zu.
Als Annabeth dann auch noch meinte, dass er sie auf den Schrottplatz eingeladen hatte, wandte sich Noriko ab. “Dann geh doch zu ihm! Los, er wartet wahrscheinlich schon auf dich! Aber glaub nicht, dass ich mitkomme. Ich schaue nicht zu, wie du mit ihm flirtest. Das ertrage ich nicht.“ Zum Ende hin wurde ihre Stimme immer leiser, bis sie schließlich ganz verstummte.

[bei Annabeth]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   So Nov 15, 2015 6:10 pm

Vor Schreck legten sich Annabeths Ohren an und ihre Schultern zuckten kurz, als ihre Freundin begann, mit gesträubtem Pelz herumzufauchen. Um etwas Abstand zu gewinnen, trat die dreifarbige Hauskätzin von der Siamkätzin ein paar Schritte zurück. Dieser physische Abstand half ihr, auch emotional etwas Distanz zu bewahren in der Hoffnung, Norikos Ausbruch nachvollziehen zu können. Trotzdem begannen mehr und mehr Stirnfalten das bernsteinäugige Gesicht Annabeths zu einer verwirrten Miene zu zerknautschen.
Wieso beleidigte Noriko den roten Streunerkater als "stinkenden Flohhaufen"? Gut möglich, dass er sich gegen Flöhe nicht erwehren konnte, wenn er nicht bei Menschen wohnte, so wie sie, aber Anns Meinung nach hatte er nicht gestunken. Er hatte eben nicht das Privileg, ein warmes, schönes Zuhause zu haben, konnte dafür aber völlig frei leben. Und er hatte auf sie einen zivilisierten, vernünftigen Eindruck gemacht.
Desweiteren stach die Behauptung ihrer geliebten Freundin tief, sie würde wie ein rollige Kätzin mit dem Fremden flirten wollen. Wie kam sie denn darauf? Es schmerzte, so gesehen zu werden von der, die man als beste Freundin an seiner Seite hatte.
Nachdem Noriko sich von ihr abgewandt hatte, legte sich einen Moment der Schleier der Stille über die dunkle, nächtliche Straße. Dann erhob Annabeth ihr helle, verwirrte, aber dennoch erstaunlich ruhige Stimme.
"Nori, was redest du denn da? Du hast doch gar keinen Grund, zu denken, dass ich etwas von Cassiel wollte. Wir haben ihn gerade erst kennengelernt und uns ganz normal mit ihm unterhalten. Und das auch nur einen einzigen Abend lang. Warum sagst du so verletztende Dinge, das sieht dir gar nicht ähnlich. Er hat dir ja schließlich nichts getan und mir auch nicht."
Leicht legte sie den Kopf etwas fragend zur Seite, um Nori die Gelegenheit einer Pause zu geben, ehe ihr plötzlich etwas einfiel und ihre Schnurrhaare entsprechend zu zucken begannen. Denn genau genommen benahm sich die Siamkätzin genau so, wie sie sich schon gegenüber ihres Bruders Phönix verhalten hatte. War es also wieder derselbe Grund, warum sie nun so ungehalten und wütend war? Aber hatten sie nicht schon darüber gesprochen?
"Du bist eifersüchtig auf ihn, oder? Ich dachte, du wüsstest seit der Sache mit meinem Bruder, dass du immer meine beste Freundin bleiben wirst... Das habe ich dir doch gerade eben auch schon gesagt. Aber können wir deshalb nicht noch mehr Freunde haben? Ist es nicht normal, sich auch mal mit anderen zu unterhalten?"

[bei Noriko auf der Kirschallee]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   So Nov 22, 2015 12:36 pm

Schweigend lauschte Noriko den Worten von Annabeth, während sie ihren Blick stur auf den Zaun neben sich richtete. Nach außen hin merkte man keine Veränderung an ihr, doch je länger sie Annabeth zuhörte, desto mehr wurde sie sich bewusst, wie lächerlich sie sich tatsächlich benahm. Ihre Freundin hatte schließlich recht, sie hatte keinen Grund, sich so zu benehmen. Ihr Verstand wusste das ja auch.
Und doch sah ihr Herz in jeder von Annabeths Handlungen zu viel. Sie hatte sich nicht an Cassiel rangeschmissen, aber für ihr Herz wirkte es, als hätte sie an seinem Rücken gehangen. Sie hatten sich nur über irgendwelche Kräuter unterhalten. Mehr war nicht gewesen, das wollte sie Annabeth glauben.
Aber die Eifersucht wollte nicht weichen. So sehr ihr Verstand ihr auch sagen wollte, dass sie keinen Grund dazu hatte, es nützte nichts. Sie wollte Annabeth nicht teilen. Nicht mit deren, nicht mit Cassiel und auch mit sonst keinem. Wann genau dieses Gefühl bei ihr eingetreten war, konnte sie nicht sagen.
Obwohl Annabeth sie etwas gefragt hatte, blieb Noriko weiterhin still und wagte es auch nicht, ihrer besten Freundin in die Augen zu blicken. Zu sehr schämte sie sich jetzt für ihr Verhalten und hätte sich am liebsten unter der Bettdecke ihres Frauchens versteckt.
"T-Tut...mir...Leid...", brachte sie schließlich stockend hervor, wandte sich aber immer noch nicht zu Annabeth um. Ihr war klar, dass sie herausfinden musste, wieso sie plötzlich so eifersüchtig auf jeden war, der sich ihrer besten Freundin auch nur ansatzweise näherte.
Es musste einen Grund dafür geben, auch wenn sie sich nicht erklärten konnte, welcher dieser sein sollte. Aber vielleicht konnte ihr jemand anderes helfen. Aber wer nur? Mit Annabeth konnte sie wohl kaum darüber reden.

[bei Annabeth | denkt nach | sagt etwas]
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Annabeth

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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Mi Nov 25, 2015 6:30 pm

Die Siamkätzin schien sich in keiner Weise aufgrund Annabeths Worte zu regen, sondern starrte nur mit ihren Augen stur einen Zaun an. Erst nach einer ganzen Weile öffnete sie ihren Mund, um Worte zu sprechen, doch diese kamen leise und stockend.
"T-Tut... mir... Leid... "
Das war keine Antwort auf Anns Frage, aber Noris gesamtes Verhalten war ohnehin verwirrend, so dass nun auch die dreifarbige Hauskätzin etwas Zeit verstreichen ließ, in dem man den nächtlichen Wind leise heulen hören konnte. Irgendwo in der Siedlung drang aus weiter Ferne das Bellen eines Hundes zu ihnen herüber, welches jedoch bald wieder verstummte. Bedacht stellte Annabeth ihre Pfoten zusammen, was sie eigentlich niemals tat, und ringelte ihren hübschen, schlanken Schweif um ihre Hinterbeine, ehe sie ruhig und sanft sagte:"Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, aber bitte beruhige dich wieder. Du sollst nicht traurig sein. Doch sei bitte nicht unfreundlich zu denen, die unsere Freunde sein wollen. Ich bin jedenfalls keine ungesellige Kätzin. Und du eigentlich auch nicht."
Wieder wurde es still, weil Annabeth überlegte, was wohl nun am besten schien, und das war alles andere als einfach. Zum Schluss kam sie auf eine Idee, die ihr absolut nicht ähnlich war, ihr sogar fremd schien, doch es wirkte, als sei es jetzt vielleicht das Richtige.
Also fügte sie hinzu:"Vielleicht ist es nun das Beste, wenn du schlafen gehst. Morgen sieht die Welt sicher wieder anders aus, wenn du ausgeruht bist. Gute Nacht und träume schön, Nori."
Sie zuckte freundlich mit ihren Ohren und schenkte ihrem Gegenüber einen freundlichen Blick aus ihren warmen Bernsteinaugen, dann wandte sie sich um und lief mit lautlosen Katzenschritten die lange Allee wieder hinauf bis zu ihrem Grundstück. Als sie in dieser Nacht durch die Katzenklappe schlüpfte und ihr Frauchen freundlich mit einem Miauen grüßte, versuchte sie möglichst nicht weiter über die Auseinandersetzung mit Noriko nachzugrübeln, denn sie spürte, dass das nichts brachte. Sie hoffte nur von ganzem Herzen, dass die Freundin, welche sie in ihrem Leben nun schon so lange kannte, sich während ihres Urlaubs charakterlich nicht verändert hatte. Schließlich war sie nicht umsonst so lange ihre treue, beste Freundin gewesen.
Tatsächlich trottete Ann heute freiwillig in ihr Körbchen, drehte sich und rollte sich auf dem weichen Kissen zusammen. Wann war sie das letzte Mal selbstständig schlafen gegangen? Sie konnte sich nicht erinnern.

[bei Nori auf der Straße, verabschiedet sich und geht nach Hause, geht schlafen]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Mo Nov 30, 2015 5:41 pm

Noriko blieb wie angewurzelt stehen, während Annabeth mit ihr sprach. Für die gescheckte Kätzin waren die Worte einfach auszusprechen, aber den Inhalt umzusetzen, war für Noriko nicht einfach. Wie sollte sie sich beruhigen, wenn ihr Herz noch immer so aufgewühlt war und sie nicht wusste, was sie tun sollte? Sie musste die Lösung für dieses Problem finden, wusste aber nicht einmal, wo sie anfangen sollte.
Alleine blieb die Siamkätzin schließlich stehen, als Annabeth ihr riet, sich schlafen zu legen und sich selbst schließlich abwandte. Als sich die lautlosen Pfotenschritte langsam entfernten, wagte es Noriko endlich, ihren Kopf herumzudrehen. In ihren Augen spiegelte sich das Licht des kurzzeitig erschienen Vollmondes, während sie ihrer besten Freundin nachsah.
Es schien eine gefühlte Ewigkeit zu vergehen, bis Annabeths Silhoutte schließlich endgültig aus Norikos Blickfeld verschwand und sie wieder alleine war. Hart schluckte die Siamkätzin und sah wieder geradeaus. "Tut mir Leid, Annabeth, aber ich muss erst eine Lösung finden... Wir sehen uns bald wieder", miaute sie mit leiser Stimme, auch wenn niemand sie hören würde.
Noriko war sich sicher, dass sie hier keine Antwort finden würde. Sie musste nachdenken. Irgendwo, wo sie nicht jeden Tag das Gesicht ihrer Freundin sah. Zumindest für's Erste wollte sie...Abstand. Ja, sie wollte im Moment ihrer Freundin nicht mehr unter die Augen treten.
Ohne ein bestimmtes Ziel lief die Siamkätzin einfach los in die Nacht hinaus, weg von ihrer Siedlung, weg von dem heimatlichen Gefühl. Es war zum ersten Mal, dass sie den Drang, die Welt hinter den Zäunen kennen zu lernen, verspürte. Vielleicht war es das, was sie jetzt brauchte. Und vielleicht konnte sie dort draußen wieder zu sich selbst finden.

tbc: Zweibeiner Bergdorf

[bei Annabeth | bleibt stumm stehen | schaut Annabeth nach | denkt nach | flüstert etwas | geht los]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Mi Feb 03, 2016 4:20 pm

Übermüdung konnte manchmal Wunder bewirken. Wunder waren ja in der Regel Dinge, die gar nicht passieren konnten, weil sie so unmöglich waren. Genau so etwas geschah mit Annabeth, denn hatte der Schlaf sie nur erst einmal gepackt, ließ er ihren Geist nicht mehr so rasch gehen. So kam es, dass sie tatsächlich den gesamten Vormittag des nächsten Tages verschlief und völlig entgegen ihrem stets kribbelnden Abenteuerdrang erst gegen Mittag die müden, braunen Augen öffnete, selig eingekuschelt in die weiche, warme Decke ihres Weidenkörbchens. Ihr Erwachen war begleitet mit dem vertraut würzigen Geruch eines Mittagessens aus Gemüse, Tofu und scharfer Soße, wie ihre Öko-Zweibeinerin es liebte. Im dampfigen Duft, der vom heißen Herd zu ihr herüberschwoll, erkannte sie so manches Kraut und so manches Gemüse, welches die Zweibeinerin in ihrem gemeinsamen Garten anpflanzte.
Außerdem mischte sich da noch ein anderer unwiderstehlicher Geruch hinein - der Duft nach markenechtem Almo Nature Nassfutter, durchsetzt mit feinen Thunfischstücken, frisch geöffnet und geduldig in ihrem Napf wartend. Rasch stand Annabeth auf und trat - nachdem sie ihre liebe Menschenfreundin herzlich begrüßt hatte - an ihren Napf, um zu essen. Der Mensch mit den hübschen Dreadlocks streichelte sie hinter ihren rotbraunen Ohren und schnurrte etwas liebevolles, ehe er sich einen Teller nahm und sein eigenes Mahl verzehrte. Anders als sonst ließ die dreifarbige Hauskätzin den Tag heute ruhiger angehen, wohl darin begründet, dass sie tagelang zuvor überhaupt kein Auge zugetan hatte. Wie auch, wenn es so viel zu erleben gab?
Geschlagene eineinhalb Stunden brachte sie damit zu, ihr Fell zu putzen, die Glieder zu dehnen, die Schnurrhaare vom Frühstück zu säubern und vieles mehr. Und insgeheim glaubte sie auch, dass ihre gemächliche Art vielleicht auch mit der gestrigen Sache mit Noriko zu tun hatte, die sich immer wieder unangenehm in ihre Gedanken schob. Warum nur hatte ihre liebe Freundin sich so befremdlich verhalten? Würde heute wieder ein ganz normaler Tag werden oder wäre da immer noch diese unangenehme Spannung zwischen ihnen?
Schließlich machte Ann sich durch die Katzenklappe und ihren Garten auf, um zur Siamkätzin herüber zu schlendern, musste jedoch feststellen, dass sie nicht zuhause war. Ihr Geruch an der Katzenklappe war schal und durch die Fenster konnten Anns Bernsteinaugen sie nicht entdecken. Es war vielleicht auch gar nicht so abwegig, dass Noriko bereits alleine losgezogen war, wenn ihre Freundin so lange verschlief und selbst dann noch lange brauchte, um das eigene Heim zu verlassen, auch wenn sich enttäuschte Ernüchterung in Annabeth breit machte, nicht mit ihrer Freundin losziehen zu können. Andererseits hoffte sie sehr, dass Nori nicht wegen gestern Abstand zu ihr suchte. Vielleicht war es aber auch ganz gut, wenn Ann und sie mal etwas alleine unternahmen.
Mit leicht angelegten Ohren seufzte die schöne Katze, dann wandte sie sich vom Haus ihrer Freundin ab und begann die Kirschallee herunterzutrotten, während sie überlegte, was sie mit dem angebrochenen Tag noch anfangen konnte. Einen Moment überlegte sie, Cassiels Einladung zu folgen und den Schrottplatz aufzusuchen, aber sie wusste nicht, wie weit man laufen musste, um dorthin zu gelangen und für eine allzu lange Reise war der Tag schon zu fortgeschritten. Außerdem war das Wetter dafür auch nicht das Beste, schüttete es doch noch immer wie aus Eimern.

[erwacht mittags, frühstückt und putzt sich, interagiert mit ihrer Zweibeinerin, besucht Norikos Haus, bemerkt ihre Abwesenheit, schlendert durch die Straßen, denkt kurz an Cass]

OUT: So, Dexter darf gerne auftauchen.^^
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   So Okt 16, 2016 1:55 pm

[Sprung]

Es war eine gefühlte Ewigkeit her, seit Noriko fortgegangen war. Jetzt wieder auf den vertrauten Wegen zu schlendern war so ungewohnt und gleichzeitig durchströmte sie ein Gefühl, wieder zu Hause zu sein. Die Gärten hatten sich kaum verändert, nur das Laub verfärbte sich langsam und die Blumen hatten aufgehört zu blühen. Dennoch wusste sie noch genau, wo sie immer am liebsten mit Annabeth herumgestreunt war.
Schließlich blieb sie vor ihrem eigenen Garten stehen, den sie so lange nicht gesehen hatte. Mit einem grazilen Sprung sprang sie auf den Zaun und balancierte dort eine Weile. Ihre blauen Augen blickten in das Fenster des Zweibeinernests, wo sie ihre geliebte Besitzerin mit deren Eltern sah und dem kleinen Jungen, der ihr Bruder war. Draußen vor der Tür stand ein kleiner Napf - Norikos Futternapf - und war gefüllt mit Trockenfutter. Obwohl sie lange Zeit weggewesen war, schien ihr Frauchen noch immer auf sie zu warten.
Noriko gab sich einen Ruck und sprang in den Garten, trottete den Kiesweg entlang, wobei sich die Steinchen kühl und glitschig unter ihren Pfoten an. Aber mittlerweile war sie daran gewöhnt, denn das Leben in der freien Natur war viel anstrengender gewesen.
Mit einem leisen Miauen und beiden Pfoten an der Fensterscheibe versuchte Noriko ihr Frauchen auf sich aufmerksam zu machen. Als diese sie sah, sprang sie auf und öffnet hastig die Glastür, nur um Noriko im nächsten Moment schwungvoll auf den Arm zu nehmen und sie an sich zu pressen. Beruhigend schnurrte die Siamkätzin und sog den vertrauten Duft des Mädchens ein. Sie war endlich wieder zu Hause.

[...]

Etwas später am Abend hatte sich Noriko gestärkt und ihr verfiltzes Fell wieder gesäubert. Nun sah sie wieder aus wie die Alte, auch wenn ihr Hauskätzchenspeck verschwunden war. Sie war schlank und sehnig geworden, aber hatte nichts von ihrer Schönheit verloren.
Nun wollte sie zu der Katze, die sie noch mehr vermisst hatte als ihr Frauchen. Annabeth. Der Grund, warum sie erst gegangen war. Und der Grund, warum sie nun zurückkam. Ihre beste Freundin.
Ihr Frauchen ließ sie, nachdem sie einige Zeit an der Terassentür miaut hatte, wieder nach draußen. Kurz musste Noriko ihren Mut zusammensammeln, ehe sie sich in Bewegung setzte und zum Zaun ging, um auf die andere Seite zu springen. Der Garten von Annabeth war noch immer ein Kräuterparadies und es roch noch genauso vertraut wie zuvor.
Langsam tappte sie über den weichen Rasen und hielt Ausschau nach Annabeth, konnte sie jedoch nicht entdecken. "Annabeth?", miaute sie daher zögerlich und blieb etwas fehl am Platz mitten im Rasen stehen.

[kommt nach Hause | geht zu ihrem Frauchen | geht am Abend wieder nach draußen | geht in Annabeths Garten | ruft sie leise]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   Do Okt 20, 2016 10:40 pm

Es war mitten in der Nacht, als Ann die Kirschallee erreichte und die kleine Mauer in Sicht kam, die ihr Eckgrundstück heimelig umspannte, hier und da überwuchert von Weinreben. Wann sie das letzte Mal geschlafen hatte, daran konnte sich die gefleckte Hauskatze wie üblich gar nicht mehr erinnern, doch der Durst, der sie schließlich ermahnt hatte, wenigstens die Aufnahme von Wasser nicht völlig zu vernachlässigen, hatte sie schließlich nach Hause getrieben, zu ihrem Wassernapf und der leisen Hoffnung auf ein kleines, feines Abendessen. Hunger hatte sie nicht und Essen gehörte auch definitiv nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, gab es doch so viel mehr zu erleben als der Tag Stunden hatte, aber sie wusste, dass ihr Mensch heute ausgezeichnet gekocht hatte und wenn das Schicksal es so wollte, bekam sie am Abend manchmal etwas davon serviert.
Behände sprangen die schlanken, weißen Beine auf die steinige Mauer, doch ehe sich die Hauskatze auf der anderen Seite wieder herabgleiten ließ, hielt sie in der Bewegung inne, stellte die Ohren nach vorne und betastete ihren in der Dunkelheit liegenden Garten mit ihren großen, braunen Augen. Deutlich hatte ihre Nase den frischen Geruch von Katze vernommen, der ihr aus den Kräuterbeeten entgegenwehte. Achtsam zuckten ihre Schnurrhaare, als sie tatsächlich glaubte, eine katzenhafte Gestalt ausmachen zu können. Auch wenn der Regen leider seid einer Ewigkeit für eingeschränkte Sinne sorgte. Nun ließ sich Annabeth doch in den Garten gleiten und trat mit federweichen Pfoten durch die verschiedenen Beete, um sich der Gestalt zu nähern, ehe ihr der Wind eine weitere Brise des Geruchs entgegentrug und sie schmerzlich an jemand nur allzu vertrautes erinnerte. Sie beschleunigte mit leicht verwirrtem Gesichtsausdruck ihre Schritte, glitt hinter einer letzten, tropfenbenetzten Pflanze hervor und sah sich tatsächlich der Siamkätzin gegenüber, die sie anhand des vertrauten Dufts bereits vermutet hatte.
Mit vollkommen erstaunt geweiteten Augen musterte sie Noriko und ihre Gestalt, die deutlich abgenommen hatte. Dann zuckte ihr rechtes Ohr und das erste, was sie verwirrt mit leiser Stimme fragen musste war: „Wo bist du denn gewesen …?
Ihr warmer, bernsteinfarbener Blick glitt für einen Moment zum Nachbargrundstück, wo Noriko gewohnt hatte … oder immer noch wohnte? … oder wieder wohnte? Sie hatte ihr wirklich einiges zu erklären. „Deine Familie ist völlig ausgeflippt, als nicht wieder aufgetaucht bist … sie haben nach dir gesucht und die Katzen in der Umgebung wussten auch nichts.“ Sie wusste nicht, warum ausgerechnet dies die ersten Gedanken und Worte waren, die aus ihr heraussprudelten. Sie war überrumpelt. Wollte Nori klar machen, sie sehr sich alle gesorgt hatten. Wie sehr sie sich selbst gesorgt hatte. „Ich war mit Cassiel sogar auf dem Schrottplatz, um die Herrenlosen zu fragen, ob sie dich gesehen haben …
Erwartungsvoll schaute Ann Nori an, wagte es noch nicht, sich an ihr Fell zu schmiegen und sie mit einem Schnurren zu begrüßen. Dafür war ihr Verschwinden und ihr langes Wegbleiben einfach zu surreal gewesen.

[kommt nach Hause, bei Noriko]
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BeitragThema: Re: Tief im Hauskätzchenviertel   So Okt 23, 2016 10:32 am

Es blieb eine Weile still, nachdem Noriko nach Annabeth gerufen hatte. An den Fenstern des kleinen Hauses rührte sich nichts, es wurde keine Licht angemacht und auch keine Katzensilhoutte erschien. Unschlüssig, was sie nun tun sollte, blieb die Siamkätzin stehen und fragte sich, ob Annabeth überhaupt noch hier war. Vielleicht war sie mit ihrem Frauchen fortgegangen, so wie eine der Nachbarskatzen.
"War ich zu lange weg?", murmelte sie leise zu sich selbst und bereute es, überhaupt gegangen zu sein. Vielleicht wollte Annabeth sie jetzt auch überhaupt nicht mehr sehen und kam deshalb nicht heraus. Immerhin war Noriko einfach abgehauen, ohne ein Wort der Erklärung oder des Abschieds.
Erschrocken zuckte Noriko zusammen, als sie hinter sich plötzlich eine Stimme hörte, die ihr einen warmen Schauer über den Rücken jagte und ihr Herz schneller schlagen ließ. Zögerlich drehte sich die Siamkätzin um und entdeckte Annabeth, die sie mit einem ziemlich verwirrtem Blick ansah.
Die Worte sprudelten gerade so aus Annabeth heraus, besser gesagt die Fragen. Alles Fragen, die Noriko auch erwartet hatte und die sie auch zurecht stellte. Etwas beschämt senkte die Siamkätzin kurz den Blick, ehe sie ihre beste Freundin wieder ansah. "Ich bin in die Berge gegangen, dort gibt es eine kleine Ansammlung von Zweibeinernestern... Es ist ein ziemlich weiter Weg gewesen, daher hat mich wohl keiner gesehen", erklärte sie knapp und zuckte unruhig mit dem Schwanz hin und her. Ihr war klar, dass sowohl ihre Familie als auch Annabeth sich Sorgen gemacht hatten, aber sie hatte diese Reise einfach machen müssen. Um zu sich selbst zu finden.
"Es tut mir Leid, dass ich einfach gegangen bin. Aber ich musste einfach mal für mich sein und ich wollte nicht, dass du mir mit traurigem Blick nachsiehst...", murmelte sie etwas leise und senkte den Blick wieder.

[bei Annabeth in deren Garten]
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