Warrior Cats

Ein Gebirge. Vier Clans. Werden sie überleben...?
 
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 Zweibeiner Bergdorf

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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Mi Mai 14, 2014 6:39 pm

Er sah mich an. Sagte nichts. Ich fragte mich, ob er bemerkt hatte, dass ich geweint hatte. Obwohl... man hatte sie gar nicht übersehen können. Wenn einem die Tränen nur so über das Gesicht strömten, bemerkte das selbst ein Blinder.
In mir stieg der Wunsch auf, dass Ash die Tränen nicht gesehen hätte. Aber noch schlimmer war, dass er mir beim Schlafen zugeschaut hatte. Vielleicht hatte ich gesabbert oder sonstiges. Oder er war eben erst gekommen und hatte mich weder schlafend, noch meine Tränen gesehen. Das wäre natürlich großes Glück für mich.
Forschend sah ich ihm in die Augen, darin blitze etwas auf, das man schon fast als Mitleid bezeichnen konnte. Ich blinzelte überrascht und da war dieser Ausdruck auch schon weg. Hatte ich mir das eingebildet? Der kalte Ash zeigte doch keine Gefühle. Aber nein, ich war mir sicher. Da hatte etwas wie Mitleid in seinen Augen gelegen. Doch das hieß, er saß tatsächlich schon eine ganze Weile hier neben mir.
Wahrscheinlich fragte er sich gerade, was ich so schlimmes geträumt hatte. Verlegen zuckte ich mit den Ohren und fuhr mit raschen Bewegungen mit meiner rechten Vorderpfote über mein Gesicht, damit das nasse Fell nicht mehr ganz so stark zu sehen war und damit ich eine Beschäftigung hatte. Noch immer schwiegen wir und ich wartete darauf, dass er dieses brach. Ich wusste nicht warum, aber er sollte zuerst etwas sagen. Denn mein Kopf war wie leer gefegt. Da hatte dieser Kater es tatsächlich geschafft, mich sprachlos zu machen.
In dem Moment gähnte der schwarze Kater und dann legte sich ein Schmunzeln auf seine Lippen. Wieder überraschte er mich. Er ... schmunzelte? In der kurzen Zeit, in der wir uns schon kannten, war mir eines besonders aufgefallen: Er schmunzelte und lachte nicht, zeigte auch sonst keine Gefühle. Wie sollte ich bloß herausfinden, was ihn verletzen oder wütend machen könnte? Dies wollte ich nämlich vermeiden. Sonst würde er mich verlassen und ich stände ganz am Anfang. Alleine und vor neben niemand, der mich auf dem langen Weg nach vorne begleiten könnte. Und eines stand für mich fest: Ich würde nach vorne gehen und nicht nach hinten sehen. Was vor mir lag war entscheidend.
Als er sein Gesicht wieder mir zuwandte, erkannte ich Trauer auf seinem Gesicht. Oh nein, hatte ich diese Trauer in ihm ausgelöst? Hatte ich einen wunden Punkt getroffen?
Wieder mit seinem typisch grimmigen Gesicht fing er an zu reden. Ich war seltsamerweise erleichtert, dass er wieder der Alte war. So wusste ich wenigstens, was ich zu tun hatte. Nämlich gerade das auszuplaudern, was mir durch den Kopf schoss.
"Ja, leider. Weißt du, seit dem Tod meiner Familie habe ich öfters solche... schrecklichen Alpträume. In letzter Zeit wurden sie schlimmer und häufiger. Ich glaube, die Einsamkeit macht mir zu schaffen", gab ich meine leise Antwort und sah ihn flehend an. Ich hoffe, er würde verstehen, dass ich ihm deswegen gefolgt war. Da ich nicht alleine sein wollte. Frei von Alpträumen. Nicht um ihn zu ärgern. Nun gut, das spielte sicher auch eine Rolle, aber der Hauptgrund war, dass ich es leid war, alleine zu sein. Ohne jemanden, mit dem ich reden konnte.

[denkt nach, schaut Ash an, antwortet ihm, schaut ihn flehend an]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Mai 25, 2014 1:08 pm

Durch Bonitas darauffolgende Worte erfuhr ich gleich drei weitere Dinge über sie. Erstens, sie hatte ihre Familie verloren. Uns beiden hatte derselbe Schicksalsschlag getroffen, wie es schien. Zweitens, litt auch sie unter Einsamkeit – was ich bei ihr gar nicht erwartet hatte, schließlich musste sie jeder Katze hinterher laufen, die in ihr Blickfeld rückte. Und drittens hatte auch sie Alpträume, die immer und immer wieder kamen.
Drei Dinge, die uns miteinander verband. Drei Dinge, in denen wir beide Gemeinsamkeiten hatten. Ich war nicht alleine mit meinen Problemen. Doch während ich diese herunterschluckte und die Ruhe genoss, hüpfte Bonita wie ein verrücktes Kaninchen durch das Gebirge. Kein Wunder, dass sie immer alleine war.
Als ich meinen Blick von der Ferne zu Bonita wandern ließ, sah ich in ein flehendes Gesicht. Irritiert legte ich meine Ohren an. Ich war es nicht gewohnt, mit anderen zu reden. Geschweige denn, Gefühle anderer zu verstehen. Doch Bonita konnte ich verstehen. Sie versank immer weiter in Einsamkeit, alleine und ohne Familie.
Ich sah sie aufmerksam an und nickte. Ein Nicken, das meine ganze Zukunft verändern könnte. Es war das Einverständnis, dass sie bei mir bleiben durfte. Dass sie mich weiterhin nerven und verfolgen durfte. Aber ich hatte Mitleid mir ihr – ein Gefühl, dass ich seit meiner Schülerzeit nie wieder erlebt hatte. Und doch kannte ich es, und genau dieses Gefühl hatte sich unbewusst in meinem Bauch festgehackt.
Unmittelbar nach meinem Nicken wollte ich es am liebsten zurücknehmen. Von nun an hatte ich eine lästige, kleine, süße Streunerin am Hals. Sie wird mich nie wieder in Ruhe lassen, das konnte ich mit Sicherheit behaupten.
Ich musterte sie - ihr weiches, langes Fell, ihre flehenden Augen. Dann lächelte ich. Es war ein aufmunterndes und zugleich gequältes Lächeln, woran man mit Leichtigkeit merken konnte, wie selten ich es tat.

[Denkt nach | fasst Entschluss | nickt | versucht zu lächeln]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Mai 25, 2014 1:41 pm

Er schien über meine Worte nachzudenken. Jedoch sagte er nichts, doch in seinen Augen funkelte das Verstehen. Er konnte mich verstehen, hatte wohlmöglich dieselben Probleme wie ich. War auch er einsam? Musste er auch er immer wieder schreckliche Alpträume durchleben, nur um aufzuwachen und zu erkennen, dass es auch im wirklichen Leben nicht besser aussah? Hatte auch er seine Familie verloren?
Aus irgendeinem Grund konnte ich mir das gut vorstellen. Sonst wäre er nicht alleine ... oder? Sehr freundlich schien er nicht zu sein, was ihm also sicher nicht viele Freunde eingebracht hatte. Doch was war mit Lavamond? Hatte sie ihn nicht Aschenpfote genannt? Das hieß, sie kannte ihn von früher und das wiederum bedeutete, dass er einem Clan angehört hatte. Genauer gesagt war er ein Mitglied des SchattenClans gewesen.
Ich erinnerte mich daran, wie oft ich in dem Territorium dieses Clans eingedrungen war. Nur einmal hatte ich eine Katze getroffen, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Zu meinem Entsetzten konnte ich mir das Aussehen des Katers nicht mehr in Erinnerung rufen. Nur verschwommen nahm ich schwarzes Fell wahr. Aber wie viele Katzen hatten schwarzes Fell? Mehr als ich zählen konnte!
Auch Ash hatte schwarzes Fell, das gesund glänzte. Unter dem Fell erkannte man deutlich seine Muskeln. Er war ein sehr attraktiver Kater, wie ich etwas verlegen feststellte. Vielleicht lag es an seiner Größe, seinen Muskeln oder einfach der Tatsache, dass er einen selbstbewussten Eindruck auf mich machte - aber bei ihm fühlte ich mich sicher. Deshalb wollte ich bei ihm bleiben.
Noch immer sah ich ihn mit flehendem Blick an, hoffte, dass er verstehen würde. Ich sah, wie er die Ohren anlegte und mich kurz verdutzt anschaute. Doch dann nickte er. Für einen kurzen Moment war ich überrascht, verstand nicht, was Ash mit diesem Nicken meinte. Doch dann verstand ich. Mit diesem Nicken erlaubte er mir, bei ihm zu bleiben. Meine Augen wurden groß, ein Strahlen breitete sich auf meinem Gesicht aus. Fast hätte ich ihn umgeworfen, als auf ihn zu sprang und mich dankend schnurrend an ihn drückte.
Dieser Kater, der mich zu verabscheuen schien, keinerlei Gefühle zeigte und mir zu verstehen gegeben hatte, ich solle ihn in Ruhe lassen, hatte seine Meinung geändert. Ich durfte bei ihm bleiben. Ich war nicht mehr alleine. Keine Alpträume mehr.
Doch das hieß nicht, dass er sogleich freundlicher zu mir sein würde, oder?
Verlegen trat ich wieder zurück, doch dann lachte ich glücklich. Auch er lächelte, aber das Lächeln war schon fast schmerzvoll. Doch er schien nicht traurig zu sein, oder Schmerzen zu haben.
"Danke Ash", hauchte ich. "Vielen, vielen Dank."
Tränen schossen mir in die Augen, doch ich wusste nicht weshalb. Ich war einfach so glücklich. Ich blinzelte die Tränen davon, grinste den schwarzen Kater schief an.
"Heißt das jetzt, du magst mich plötzlich doch?", neckte ich ihn mit einem frechen Funkeln in den Augen.

[denkt nach, drückt sich kurz an Ash, lächelt, spricht mit ihm]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Mai 25, 2014 1:57 pm

Aus Bonitas ursprünglichem flehenden Blick wurde ein vor Freude strahlendes. Zwar hatte sie zuerst nicht so ganz verstanden, was ich meinte, doch dann wurde es ihr klar. Sie wusste jetzt, dass sie bei mir bleiben durfte und ich verspürte wider Erwartens ein klein wenig Freude - schnell verdrängte ich das Gefühl und plötzlich drückte sich etwas gegen mich. Als ich blinzelte, konnte ich die überglückliche Bonita an mich geschmiegt sehen und ich fuhr erschrocken meine Krallen aus, borte sie in den Schnee unter meinen schwarzen Pfoten.
Doch ich blieb starr sitzen, rührte mich nicht und sagte nichts. Doch mir wurde heiß unter meinem Pelz, als ich ihr weiches Fell zu spüren bekam. Weiches, langes Fell, wie ich es immer haben wollte, da es Kälte schützte.
Da trat Bonita schon recht verlegen zurück, ich jedoch zeigte keine Regung - auch das Lächeln war aus meinem Gesicht verschwunden, als sei es niemals da gewesen.
Bonita aber lachte, hatte sogar Tränen in den Augen. Was ein einfaches, kurzes Nicken bei Bonita ausgelöst hatte, konnte ich kaum fassen. Fast bemitleidenswert war es, da Bonita scheinbar lange alleine gewesen war.
Dann bedankte sie sich bei mir. Dieses Wort hatte ich lange nicht mehr gehört. Als ich mich zurückerinnern wollte, merkte ich, dass es noch niemand jemals getan hatte - noch nie hatte sich jemand bei mir bedankt. Doch Bonita hatte es getan, als erste und sicherlich letzte Katze hatte sie sich bei mir bedankt.
Es war ein vollkommen neues Gefühl und doch machte es mich glücklich. Sogleich spürte ich ein Funken - nein, ein kleines Fünkchen - mehr Zuneigung der Kätzin gegenüber.
Dann sprang ich auf meine Pfoten, schüttelte die Schneeflocken aus meinem Pelz. Im Gegensatz zu Bonita, die nicht frieren zu scheint, war ich bis auf die Knochen eingefroren. So trabte ich gleich mehrmals im Kreis, bis sich meine Muskeln etwas erwärmt hatten.
Dann drehte ich meinen Kopf zu Bonita, grinste und meinte nach einer langen Pause: >>Nein, das kannst du vergessen.<< Nicht nur nervig war dieses kleine, verrückte Kaninchen - auch noch frech wurde sie! Doch es ärgerte mich nicht, amüsierte mich sogar.
Dann drehte ich meinen Kopf wieder nach vorne und schüttelte mich, als könnte ich die Kälte somit vertreiben. Bonita war schon eine komische Katze. Naiv, klein und frech. Doch ich hatte Gefallen daran. Sie würde sicher noch das ein oder andere Lächeln in mein Gesicht zaubern können, wenn sie so weiter machte.

[Bei Bonita | antwortet]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Mai 25, 2014 2:51 pm

Ich musste lachen, hatte gar nicht bemerkt, dass ich ihm das Lächeln aus dem Gesicht gewischt hatte.
"Du wirst sehen. Irgendwann schaffe ich es, dass du bei diesem Satz mit "Ja" antwortest!", gab ich zurück und hüpfte wie ein kleines Junges auf der Stelle. Der Schnee unter mir wurde so platt gedrückt und meine Pfoten hatten darin ihre Abdrücke hinterlassen.
Ein kalter Wind fuhr durch mein Fell, das ich sofort aufplusterte, damit ich nicht allzu sehr frieren musste. Wie kalt dann erst Ash sein musste, unter seinem kurzen Fell.
Dem Kater schien wirklich kalt zu sein, denn er lief eilig in Kreisen, damit ihm wieder warm wurde. Ich sah, wie seine Muskeln spielten und ich musste leicht lächeln.
"Du, Ash? Ich mag dich. Auch wenn du ein unfreundlicher Kater warst. Aber hey, nicht jeder kann immer freundlich und aufgedreht sein", miaute ich ernst und setzte mich auf den plattgedrückten Schnee. In mir kam das Verlangen hoch, ihn nach seiner Vergangenheit zu fragen. Ich wollte wissen, ob er tatsächlich einmal dem SchattenClan angehört hatte. Warum er diesen verlassen hatte. Und ob er noch Familie hatte, irgendwo dort draußen.
Doch bei Ash wusste ich nie, wann ich seine Grenze überschritt. Was ich ihn fragen konnte, bevor er sich endgültig vor mir verschloss. Und das wollte ich nicht. Ich hatte es geschafft, einen kleinen Riss in seine harte Schale zu schlagen. Und ich wusste, ihn ihm schlummerte ein weicher Kern. Ich musste nur immer weiter die harte Schale durchdringen, bis ich diesen Kern zu Gesicht bekam. Nachdenklich sah ich Ash an und ich hatte das Gefühl, dass ich vielleicht die erste Katze war, mit der er seit einer langen Zeit redete. Mir kam es so vor, als wäre er es nicht gewohnt, mich anderen Katzen zu sprechen. Dennoch - ich hatte es geschafft. Mit meiner schon fast dämlichen Sturheit und dem Verlangen danach, nicht verlieren zu wollen. Dennoch war mir klar, dass der schwarze Kater das Sagen bei uns hatte. Ich hatte nicht genug Selbstvertrauen dafür, doch für ihn stellte das wohl kein großes Problem dar. Außerdem machte es mir nicht viel aus, herumkommandiert zu werden. Da wusste ich wenigstens, wo ich meinen Platz hatte und was ich machen musste.

[lacht, antwortet ihm, denkt nach]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Mai 25, 2014 3:25 pm

Ich schnaubte mit gespielter Missachtung. Sie würde mich nicht einmal in tausend Blattwechseln dazu bringen! Selbst, wenn es stimmen mag - was es natürlich nicht tat - würde ich es ihr nicht sagen. Ich kniff meine Augen zusammen und musterte Bonita.
>>Niemals.<<
Meine violetten Augen blitzten, dann setzte ich wieder meine kalte, undurchdringbare Maske auf. Schweigend drehte ich mich nun komplett zu Bonita um, setzte mich und gähnte. Komisch, wie viel innerhalb eines Tages passieren konnte! Eben war ich noch einsam durch den Schnee gewandert, dann kam Bonita angehüpft. Und jetzt saßen wir zusammen vor einem Baum, sie überglücklich und ich amüsiert. Lange schon war ich nicht mehr bei guter Laune - und nun war ich es so halbwegs.
"Ich mag dich." Ungläubig sah ich zu Bonita, schnippte mit meinem Schweif. Bitte? Ich war doch kein unfreundlicher Kater! Schließlich kann nicht jede Katze eine solch überdrehte sein wie Bonita.
Doch was mich noch viel mehr verdutzte - sie mochte mich. Wieder tat Bonita etwas, was vor ihr noch niemand getan und gesagt hatte. Auch diese Worte hörte ich zum ersten Mal aus anderem Munde.
Ich tat so, als hätte ich nichts gehört. Ich zuckte mit dem Schweif und erneut entfuhr mir ein lautes Gähnen.
Ich sprang wieder auf meine Pfoten, die vom Schnee und der Kälte schmerzten. Um der Kälte zu entkommen, trabte ich zum Baum zurück und kletterte auf diesen rauf. Ich setzte mich auf meinen ursprünglichen Ast und sah von oben auf Bonita hinunter. Mal sehen, ob mein kleines Kaninchen wohl auch klettern konnte?
Ich grinste und hoffte, sie könne es nicht. Dann würde sie sich so schön blamieren und ich hätte wieder etwas, worüber ich lachen kann.

OUT: Sorry, der Post ist mies geworden. °_°

[Antwortet | ignoriert Bonita | klettert auf Baum]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Mai 25, 2014 3:57 pm

Ich schnaubte. "Wohl. Du wirst schon sehen", gab ich beleidigt zurück und schnippte mit meinem Schweif. Ich konnte sehr stur sein wenn ich wollte. Vor allem wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte, war ich nur schwer davon abzubringen. Er lächelte nicht mehr und ich vermisste das Funkeln in seinen Augen. Wieso machte er sich selbst das Leben so schwer?
Er tat so, als hätte er nicht gehört, was ich gesagt hätte. Und das verletzte mich. Für ein paar Sekunden schaute er mich ungläubig an, doch dann zuckte er mit seiner Schweifspitze und gähnte.
Etwas mehr Freundlichkeit und Zuneigung hatte ich doch wohl verdient, oder nicht? Mit meinen großen, goldenen Augen sah ich zu ihm hoch und versuchte aus ihm schlau zu werden. Er gähnte und tat mal wieder so, als sei ich nicht da. Nur zu gerne hätte ich ihn in den Schnee geschubst und ihn mit Schnee beworfen, nur, damit er endlich mal Gefühle zeigte. Auch wenn es Wut wäre, das wäre mir egal. Wie konnte man nur so verbissen an der schlechten Laune festhalten? Vielleicht konnte ich mir einfach nicht vorstellen, jemals etwas anderes als glücklich zu sein, aber bis jetzt war mir noch nie eine Katze wie Ash begegnet. Er versuchte doch wirklich mit allen Mitteln seine bewegungslose Maske beizubehalten, dabei gab es dafür doch keinerlei Gründe. Oder doch? War etwas in seiner Vergangenheit passiert, weswegen er beschlossen hatte, keine Gefühle mehr zu zeigen? Das wäre mehr als traurig und dann täte mir der große Kater wirklich Leid. Es wäre so viel einfacher, ihn zu verstehen, wenn er mehr von sich erzählen würde. Doch er gab nichts von sich preis. Das einzige, was ich von ihm wusste, war, dass er Ash hieß. Und die Vermutung, dass er einmal ein SchattenClan Schüler gewesen war. Etwas musste passiert sein, weshalb er seinen Clan verlassen hatte.
In dem Moment gähnte der Kater ein weiteres Mal laut und er erhob sich. Etwas verwundert sah ich ihm hinterher. Kurz glaubte ich, er würde mich wieder verlassen. Hatte ich etwas Falsches gesagt? Etwas, das ihn verletzt hatte? Doch da kletterte er auch schon den Baum hoch, auf dem er seine Nacht verbracht hatte. Etwas unsicher folgte ich ihm und sah zu ihm hinauf, auch er sah zu mir hinab. Etwa fünf Meter trennten uns, und ein herausforderndes Funkeln lag in seinen Augen.
Er wollte also testen, ob ich es schaffte, zu ihm hinaufzuklettern. Was er nicht wusste, war, dass ich eine ausgezeichnete Kletterin war. Aber sollte ich ihm meine größte Stärke schon jetzt offenbaren? Ich fragte mich, ob ich einfach hier unten bleiben sollte. Aber das hieß, dass ich wieder alleine dort unten war. Und das wollte ich vermeiden, schließlich hatte ich ihn deshalb gefragt, wenn auch unausgesprochen, ob ich bei ihm bleiben durfte.
So stellte ich mich auf meine Hinterbeine, grub meine Krallen in die Baumrinde und begann an dem Baum hochzuklettern. Mit geschmeidigen Bewegungen schob ich mich immer weiter nach oben, an Ashs Ast vorbei einen Meter weiter oben. Direkt über Ash hing ein Ast, auf dem ich genug Platz haben würde. Ich ließ mich darauf nieder. Mein Schweif und meine rechte Vorderpfote hingen am Ast herab, als ich mich halb einrollte und mir ein kleines Gähnen entwich.
Ich war sehr müde. Wegen den Alpträumen hatte ich nicht genug Schlaf bekommen, sodass mir nun wie von alleine die Augen zufielen. Zwar hätte ich gerne Ashs Gesicht gesehen, um zu sehen, ob ich ihn überrascht hatte, aber ich war schon eingeschlafen. Im Schlaf seufzte ich leise. Ich fühlte mich endlich wieder sicher und nicht mehr einsam. Endlich. Ob ich von Ash träumen würde?

[schnaubt ebenfalls, denkt nach, sieht Ash hinterher, klettert schließlich nach, schläft ein]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Do Mai 29, 2014 11:13 am

Mein Blick klebte an Bonita, die vorerst zu zögern schien. Dann jedoch kletterte sie geschickt und geschmeidig den Baum empor, machte es sich ein paar Schwanzlängen über mir gemütlich. Ich versuchte, keinen allzu überraschten Blick aufzusetzen und ignorierte sie wieder.
Sollte sie doch gut klettern können. Vielleicht war sie in anderen Dingen schlecht – Jagen zum Beispiel. Wenn sie dauernd so unruhig und laut war, müsste sie doch alle Beute im Umkreis von duzenden Schwanzlängen verscheuchen! Auch konnte ich mir nicht vorstellen, dass sie halbwegs gut kämpfen konnte. Zu naiv und klein war sie, zu verspielt. Hätte ich sie angegriffen, würde ich ganz sicher gewinnen. Doch natürlich hatte ich es nicht getan. Und werde es auch nicht tun. Hoffentlich nicht.
Ich sah nach unten, musterte die Schneespuren, die wir hinterlassen hatten. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich die ganze Zeit meine Krallen ausgefahren hatte, erst jetzt anhand der Pfotenspuren. Ich tat es normalerweise, wenn ich nervös war. Oder wenn ich wütend war; gelangweilt oder unbehaglich. Ich entschied mich für gelangweilt und schloss dann meine Augen.
Aber schlafen konnte ich nicht. Natürlich nicht.
Ich dachte nach. Über Freundschaft. Was war Freundschaft überhaupt? Erfahrung hatte ich in diesem Thema kaum. Das letzte Mal, als ich Freunde hatte, war mit knapp sechs Monden. Doch das war schon lange vorbei. Nicht in den vergangenen Monden; in den vergangenen Blattwechseln. Ich war einsam und alleine gewesen, hatte es genossen und gehasst gleichermaßen.
Und jetzt lag ich hier, über mir ein wunderhübsches Kätzchen, das mich verfolgt und genervt hatte. So sehr, dass ich ihr aus lauter Frust erlaubt hatte, bei mir zu bleiben. Aber ich war mir sicher, dass sie mich bald in Frieden ließ. Zu langweilig war ich. Sie musste es nur noch bemerken und dann hatte ich bald wieder meine Ruhe.
Doch wollte ich das überhaupt? Ruhe? Oder hatte ich diese ständige Einsamkeit satt und sehnte mich nach Gesellschaft; nach Freundschaft?
Zum ersten Mal seit geraumer Zeit mochte ich eine Katze. Ich mochte Bonita, wie sie dauernd lächelte, wie sie im Schnee wie ein Kaninchen hüpfte und wie sie meine boshaften Blicke ignorierte und weiter lächelte. Sie war etwas Besonderes. Und das wichtigste war:
Sie akzeptierte mich.
Mit einem Lächeln auf den Lippen döste ich ein, träumte einen dunklen, leeren Traum ohne Handlung und Bedeutung.
Als ich meine Augen wieder aufschlug, schien kaum Zeit vergangen zu sein. Doch ich reckte mich, bohrte meine Krallen in den braunen Ast und zerkratzte ihn. Dann hob ich meinen Blick und sah nach oben, sah Bonita und lächelte. Sie schlief, hatte mein kurzes Lächeln also nicht gesehen. Schnell wandte ich meinen Blick ab und sah wieder neutral drein. Sie durfte nicht sehen, dass ich sie mochte. Durfte es einfach nicht wissen. Wieso genau, wusste ich selber nicht. Vielleicht wollte ich nicht, dass sie bei einem alten, langweiligen Kater wie mir blieb. Vielleicht wollte ich sie ein aufregendes, abenteuerliches Leben leben lassen, das sie bei mir niemals haben durfte. Und doch wollte ich sie bei mir haben, nie wieder hergeben. Wieso auch immer ich sie mochte, sie war mir wichtig. Dennoch wollte ich auf gar keinen Fall abstreiten, dass sie nervig war. Oh, sie war nerviger als lästige Kletten, die sich im Pelz verfingen, sobald man durch Büsche kroch. Und doch mochte ich sie.
Ein kurzes Gähnen, dann sprang ich vom Baum und sah mich um. Ob Bonita Hunger hatte? Ich jedenfalls war halbwegs satt und hatte nicht die geringste Lust jagen zu gehen. So setzte ich mich an den Baum, sah mit versteinerter Miene in die Ferne und dachte an Bonita.

[Beobachtet Bonita | denkt lange nach | döst ein | wacht auf | sitzt unter Baum]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Do Mai 29, 2014 12:44 pm

Ich träumte nichts. Oder? Als ich aufwachte, konnte ich mich jedenfalls nicht daran erinnern, geträumt zu haben. Doch ein friedliches Gefühl hatte sich in mir breitgemacht und ich seufzte leise auf, drehte mich zufrieden.
Zu spät fiel mir ein, dass ich auf einem Ast lag in etwa sechs Metern Höhe. Ein erschrockenes Miauen drang noch aus meiner Kehle, dann rutschte ich von dem Ast. Gerade noch rechtzeitig konnte ich mich mit meinen Vorderpfoten an dem Ast festkrallen und baumelte einige Sekunden, vor Schock erstarrt, in der Luft, meine Beine trafen nichts, an das ich mich hätte abstoßen können. Mein Herz klopfte wild und ich versuchte verzweifelt mich auf den Ast zu retten. Zwei Mal rutschte ich fast ab, aber bei dem dritten Versuch schaffte ich es endlich mich an dem Ast hochzuziehen. Nun lag ich mit noch immer rasenden Herzen, gesträubtem Fell und angelegten Ohren dort, wo ich auch geschlafen hatte. Ich fühlte mich hier nicht mehr sicher. Ich wollte runter von dem Baum. Mit zitternden Beinen schaute ich mit ängstlich geweiteten Augen nach unten. Waren das wirklich fünf Meter? Es kam mir so vor als wären es zehn, mindestens...
Doch dann riss ich mich zusammen. Ich liebte es auf Bäume zu klettern und dort herumzuspringen wie ein Eichhörnchen, da ließ ich mich wegen einem Fast-Sturz doch nicht die Freude nehmen!
Ich spürte, wie sich mein cremefarbenes Fell sich legte und meine Ohren stellten sich aufmerksam auf, als ich hinunter zu dem Ast sah, auf dem Ash geschlafen hatte. Er war nicht mehr da. Er war verschwunden. Ich schaute mich nach ihm um, konnte ihn nicht entdecken. Angst und Enttäuschung machten sich in mir breit und meine Gedanken gingen mal wieder mit mir durch.
Was war, wenn er nur so getan hatte, als wenn er schliefe und war dann gegangen? Vielleicht hatte er mir auch nur so gesagt, dass ich bei ihm bleiben durfte und hatte sich schließlich aus dem Staub gemacht? Wahrscheinlich war ich für ihn nichts weiter als eine Klette, die er loswerden wollte...
Doch da erkannte ich ihn am Fuß des Baumes. Dort unten saß er, blickte weit in die Ferne und schien nachdenklich. Mein Herz machte einen erleichterten Sprung und ich begann mit dem Abstieg. Dieses Mal natürlich vorsichtiger, ich wollte mich nicht verletzen. Den letzten Meter brachte ich mit einem Sprung hinter mich und ich trottete leise schnurrend zu Ash.
"Ich dachte schon, du hättest dich aus dem Staub gemacht", erklärte ich ehrlich und sah ihn mit schräg gelegtem Kopf an. "Umso erleichterter bin ich, dass du noch hier bist", fügte ich strahlend hinzu.
Mein Magen gab ein knurrendes Geräusch von sich und ich zuckte verlegen mit den Ohren. Es war eine Weile her, dass ich etwas gegessen hatte... Ich würde gleich jagen gehen.

[wacht auf, fällt fast vom Baum, klettert zu Ash hinunter und spricht ihn an]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Mi Jun 04, 2014 5:22 pm

Ein lautes Miauen ließ mich erschrocken nach oben blicken und ich konnte gerade noch sehen, wie Bonita sich an einen Ast klammerte. Sie baumelte in erschreckender Höhe und schien zunächst gar nicht mehr auf den sicheren Ast zu klettern. Einige Male rutschte sie beinahe vom Ast und ich konnte nur hilfslos zusehen. Ich blinzelte erleichtert, als sie auf dem Ast saß - sicher und hoffentlich wohlauf.
Bonitas Augen strahlten Ängslichkeit aus, als sie nach unten lugte. Süß!, dachte ich mir grinsend, ehe ich den Gedanken verdrängte und wieder meine eiserne Miene aufsetzte. Was war daran denn bitte süß?
Und schon saß Bonita wieder neben mir, strahlend. Wie sie nach diesem kleinen Mussgeschick noch derart gute Laune hatte, wusste ich nicht. Erst, als Bonita ihre Erleichterung preisgab, dass ich noch da war, wusste ich den Grund. Hatte sie tatsächlich geglaubt, ich würde einfach so abhauen, während sie schlief?
Eigentlich gar keine so schlechte Idee. Wieso war ich da bloß nicht drauf gekommen? Ich schätze, sie sei mir dann gefolgt - vielleicht wäre sie dann sogar etwas gekränkt deswegen.
Ein Knurren riss mich aus meinen Gedanken und ich sah Bonita zwischen zusammengekniffenden Augen an. Im Gegensatz zu mir hatte die Kätzin also Hunger. Jetzt, wenn ich daran dachte, knurrte auch mein Magen und ich musste schief grinsen.
>>Wir sollten jagen gehen - nicht, dass du uns noch verhungerst!<< Dann fragte ich mich, wie gut sie wohl im Jagen war. Ich entschied, es bei unserer Jagd selber herauszufinden, schätzte sie jedoch auf nicht so gut. Schließlich war ich ihr begegnet, als sie wie eine Verrückte durch den Schnee gehüpft war!
Wieder musste ich grinsen, als ich sagte: >>Ladys first.<<
Ich wollte unbedingt sehen, wie sie sich anstellte. Auch nach der Aktion eben schien Bonita sehr tollpatschig zu sein... oder sie hatte einfach nur riesen Pech. Ersteres schien am logischsten zu sein, so blieb ich bei dieser Aussage.

[Sieht Bonita am Baum baumeln | erleichtert | schlägt Jagd vor | lässt Bonita den Anfang]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Mi Jun 04, 2014 6:10 pm

Er sah mich aus seinen violetten, zusammengekniffenen Augen an. Ich mochte es nicht, wenn er mich so ansah. Wenn seine Augen zu Schlitzen verengt waren, kam die Farbe gar nicht richtig zu Geltung. Hätte ich solch eine Augenfarbe, würde ich sogar mit offenen Augen schlafen. Doch ich besaß nur eine langweilige, unbedeutende Farbe. Sie sind in einem langweiligen Gold. Ich selbst hatte sie zwar nur in meinem Spiegelbild im Wasser gesehen, dennoch mochte ich die Farbe nicht. Im Wasser erschien sie mir dunkel und so gar nicht strahlend. Meine Mutter und auch Ruby besaßen ganz ähnliche Augen, doch ihre Augen strahlten. Was ich nicht wusste, war, dass jede Farbe im Wasser nicht der Wirklichkeit entsprach. Im Wasser waren die Farben immer dunkler. Doch ich wusste dies nicht und noch niemand hatte mir gesagt, wie schön meine Augen waren. Mein Vater hatte wunderschöne, türkise Augen. Diese hatte ich schon immer bewundert.
Doch Ashs Augen waren um einiges schöner und geheimnisvoller. Sie funkelten, wenn er lächelte. Und das tat er, als er mein Magenknurren hörte. Zwar war es nur ein schiefes Grinsen, doch es reichte aus, um meine Laune zu heben. Wenn Ash gute Laune hatte, dann war ich umso glücklicher.
"Stimmt", lachte ich. "Das wäre äußerst ungünstig. Du brauchst mich ja, denn irgendjemand muss dich ja zum Lachen bringen!"
Letzteres war natürlich auf keinen Fall als Beleidigung aufzunehmen, denn als solche war es nicht gemeint. Ich lächelte ihn kurz an, bevor ich auf leichten Pfoten durch den Schnee schlich. Auf der Suche nach Beute. Hier, in der Nähe der Zweibeiner, musste es doch Beute geben. Zumindest Vögel, die in Gärten wohnten, in denen Behälter mit Futter aufgehangen wurden und denen eine kältere Blattleere nichts ausmachte. So mussten diese Vögel gar nicht erst ins Warme fliegen. Und auch Mäuse gab es in Scheunen, so auch in der, in der ich und meine Familie gewohnt hatten. Darin wimmelte es nur so von dicken  Mäusen. Sollte ich dort hin zurück? Nein, wenn ich schon mal hier war, konnte ich die Gegend erkunden. Vielleicht ließ sich ja Beute blicken.
So schlich ich weiter und kam an einem Holzzaun vorbei, der ein Zweibeinernest umschloss. Ich hielt mit gespitzten Ohren und geduckter Haltung inne, als mir der Geruch von Vogel in die Nase kam. Eine grüne Tonne stand einige Fuchslängen von mir entfernt, aus der es unangenehm roch. So hatte es auch auf dem Schrottplatz gerochen, also musste in dieser Tonne Müll liegen. Jedenfalls schien dieser Inhalt eine Dohle sehr zu interessieren, denn sie schnappte sich eine Tüte, flog mit dieser zu Boden und pickte krähend und ihren Fund feiernd darauf herum. Sie hatte mich nicht bemerkt.
Ich schlich mich an, achtete darauf, dass der Wind nicht von hintern kam. Die letzte Schwanzlänge brachte ich mit einem gekonnten Sprung hinter mich und schon befand sich die Dohle in meinen Fängen. Ich tötete sie mit einem gut gesetzten Biss und sah mich dann nach Ash um. Dabei leckte ich mir das Blut von der Schnauze und lächelte ihn an.
"Wollen wir sie teilen oder willst du dir deine eigene Beute fangen?", fragte ich schüchtern.


[stimmt Ash zu, sucht nach Beute, erlegt eine Dohle, fragt Ash etwas]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 08, 2014 1:38 pm

Ich schnaubte abfällig, als Bonita meinte, ich bräuchte jemanden um mich zum Lachen zu bringen. Ich musste nicht lachen - zumal es auch gar keinen Grund dazu gab. Wozu denn lachen, wenn man immer alleine war? Niemanden hätte ich damit glücklicher gemacht, nicht einmal mich selbst.
Doch mit der Anwesenheit Bonitas gab es irgendwie schon einen Grund, ab und zu mal zu lachen. Sie lächelte ja nahezu ständig, was mir wirklich auf die Nerven ging.
Wie erwartet schenkte mir die Streunerin ein Lächeln und ich blinzelte bloß zurück. Um mich zum Lachen zu bringen, musste sie schon mehr tun, als nur zu lächeln.
Stumm folgte ich Bonita, die scheinbar ziellos durch die Gegend wanderte. Irgendwann hatte sie eine Dohle im Visier und ich gähnte leise, aber gelangweilt. Mal sehen, ob sie eine gute - oder wenigstens eine akzeptable - Jägerin war.
Wider aller meiner Erwartungen fing sie den Vogel mühelos und ich schaffte es gerade noch so, nicht überrascht auszusehen. Ich nickte jedoch anerkennend.
Nach Bonitas Satz überlegte ich. Mit Bonita das Essen zu teilen, wäre doch irgendwie ein Zeichen der Zuneigung. Jedoch verspürte ich nicht einmal einen klitzekleinen Funken davon für Bonita.
Oder viel mehr - ich wollte mir diese Zuneigung ihr gegenüber nicht eingesehen, sei sie auch sehr klein.
Andererseits war ich gerade einfach zu faul, selber auf die Jagd zu gehen. Und Bonita konnte unmöglich die ganze Dohle für sich alleine haben, das gehörte sich einfach nicht.
So sah ich die Dohle an, blinzelte und sah wieder zu Bonita. Meine Faulheit reichte sogar so weit, dass ich nicht einmal die Lust verspürte, normal zu sagen, dass ich mit ihr teilen wollte. Aber Bonita hatte mich sicher verstanden und ich gähnte.
Sie sollte den ersten Bissen haben, schließlich war sie es, die das Tier erbeutet hatte.

[sieht Bonita zu | überlegt | will teilen | wartet]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 08, 2014 3:21 pm

Bei Ashs anerkennendem Nicken wurde mir warm ums Herz und ich wartete gespannt auf seine Antwort. Er blinzelte mich an und sah dann zu der Dohle. Noch immer erwartete ich eine Antwort und legte verwirrt den Kopf schief. Da verstand ich. Er wollte tatsächlich die Beute mit mir teilen, brachte es aber nicht über sich seine Stimme erheben. Dieser Kater raubte mir den letzten Nerv! Ich wartete noch ein paar Herzschläge lang, damit er die Chance auf eine Antwort hatte. Er blieb stumm.
Wow, das war doch nun wirklich stur. Aber nicht mit mir.
"Nun, dann eben nicht. Viel Spaß und Glück bei deiner Jagd", miaute ich, blinzelte zurück und wandte mich meiner Dohle zu.
Ich mochte Vögel eigentlich nicht, da die Federn einem in der Kehle stecken blieben und deshalb entsetzlich kitzelten. Ich entschied, zuerst ein paar der grauen Federn zu entfernen und dann zu versuchen an das Fleisch zu kommen. Ich setzte meine Idee um, was jedoch bewirkte, dass ich mich an ein paar Federn verschluckte und hustend versuchte sie wieder aus meinem Hals zu bekommen. Diese Federn ... Sie störten doch nur, hinderten einem beim Fressen. Mein Magen knurrte erneut vor Hunger und so nahm ich noch einen Bissen und endlich hatte ich auch Fleisch in meinem Mund.
Während ich kaute glitt mein Blick zu Ash und ich fragte mich, ob er doch eine richtige Antwort geben oder sein Stolz siegen würde. Sollte er sich für ersteres entscheiden, würde seine Sympathie deutlich steigen, doch so, wie ich ihn einschätzte ... war es unmöglich, dass er sich doch noch zu mir gesellen und wir abwechselnd von der Dohle fressen würden. Doch ich hoffte es. Ich wollte, dass ich seinen weichen Kern erreichte.

[ist sauer, gibt ihre Antwort, nimmt einen Bissen der Dohle, denkt nach]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 08, 2014 3:44 pm

Bonitas Antwort überraschte mich und beinahe hätte ich gegrinst. So so, frech wurde sie also auch noch. Gleichgültig zuckte ich mit den Ohren und sah mich um. Irgendwie war es sogar gar keine so schlechte Idee, selber jagen zu gehen.
So trabte ich davon und bog bei der nächsten Ecke ein, sodass ich aus der Blickweite Bonitas entwich. Ich wollte nicht, dass sie sah, was für ein miserabler Jäger ich doch war.
Die Zeit verstrich, während ich noch immer durch die Gegend schlich und nach Beute ausschau hielt. Eine Meise tippelte durch den Schnee und ich duckte mich. Mein Blick war auf die Beute gerichtet, während ich mein Gewicht auf die Hinterbeine verlagerte. Irgendeinen Fehler musste ich jedoch begangen haben, denn plötzlich sah der Vogel auf und flog erschrocken davon. So fuhr ich meine Suche murrend fort.
Ich kam an einem Zaun vorbei und ahnte nichts Böses, als plötzlich ein lautes Bellen ertönte. Erschrocken sprang ich in die Luft und sah mich dann mit geweiteten Augen und gesträubtem Fell um. Ein Hund war an das Gatter gelehnt und bellte so laut, dass ich mich schnellstmöglich zurückzog.
Scheinbar hatte der Hund nicht nur mich, sondern auch alles jagbare verscheucht und so stand ich - noch immer sehr hungrig - wieder an der Ecke, die zu Bonita führen musste.
Ich zögerte. Mein Stolz musste es mir eigentich verbieten, wieder zu Bonita angekrochen zu kommen und nach Essen zu betteln. Dich eigentlich konnte es mir sowas von egal sein, was dieses tollpatschige Kaninchen von mir dachte. Bis jetzt hatte sie ohnehin keinen guten Eindruck von mir, wieso sollte ich mich dann deswegen schämen?
So bog ich um die Ecke und erblickte Bonita, Mein hoffnungsvoller Blick galt der Dohle während ich mir hungrig die Lippen leckte. Ich stolzierte durch den Schnee und wollte möglichst kalt und bestimmt wirken, als ich...
...über meine eigenen Pfoten stolperte und mich mehrmals im Schnee drehte, ehe ich wieder auf meinen Beinen stand und über und über mit Schnee bedeckt war. Mein Fell war vor Scham aufgeplustert und ich starrte auf meine Pfoten.
Sehr toll gemacht, Ash. Genau so verschafft man sich Respekt!, dachte ich mir und schluckte, bis ich vorsichtig zu Bonita sah und kleinlaut fragte: >>Kann... kann ich vielleicht etwas von dir abhaben?<< Zum ersten Mal in meinem gesamten Leben hatte ich mich wie ein Verrückter aufgeführt. Und dann stotterte ich auch noch wie ein Junges, als ich Bonita um Essen bettelte. Tiefer konnte ich einfach nicht mehr sinken. Ich hatte es vermasselt.
Dennoch setzte ich mich, kam jedoch nicht auf die Idee, den Schnee aus meinem Pelz zu entfernen. Beschämt lächelnd sah ich Bonita an und fühlte mich - wie noch nie in meinem gesamten Leben - wie ein tollpatschiges Mäusehirn.

[geht auf eigene Jagd | verscheucht Meise | wird vom Hund aufgeschreckt | gibt auf | bei Bonita | stolpert im Schnee | frat nach Beute]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 08, 2014 4:34 pm

Es verletzte mich ein wenig, als ich Ash um die Ecke verschwinden sah. Dieser sture Kater, dachte ich mir kopfschüttelnd und nahm mir noch einen Bissen des Vogels.
Die plötzliche Einsamkeit machte mir zu schaffen und ich schaute mich immer wieder unwohl um, auf der Suche nach einer Gefahr, die dort sicher irgendwo lauerte. Ich konnte es nicht ausstehen, wenn ich alleine war. Ich kam mir so viel verletzlicher vor.
Seufzend schloss ich für einen kurzen Moment die Augen. Lautes Hundegebell ließ mich verschreckt wieder die Augen aufreißen und aufhorchen. Nur einen Moment später kam eine schwarze Gestalt um die Ecke gebogen und bedachte mich mit einem Blick, den ich nicht deuten konnte. Anscheinend waren seine Jagdversuche nicht von Erfolg gekrönt worden, denn er brachte keine Beute mit. Da erkannte ich auch, dass der Blick nicht auf mich gerichtet war. Er galt der Dohle. Er musste wirklich sehr hungrig sein, dass er wieder angekrochen kam. Doch aus irgendeinem Grund war ich wütend, dass er die Beute nur dann mit mir teilen wollte, wenn es keinen anderen Ausweg gab.
Mit wütend funkelnden Augen sah ich ihm entgegen, als er auf mich zu stolziert kam. Da - plötzlich - strauchelte er und landete im Schnee. Als er wieder auf die Pfoten kam, war sein Fell weiß vom Schnee. Meine Augen waren vor Überraschung geweitet, ich konnte gar nicht glauben, was ich da gesehen hatte. Ash, der Kater, der immer kalt und anmutig in Erscheinung trat, der Kater, der noch nie einen Fehler gemacht hatte, war über seine eigenen Pfoten gestolpert!
Ganz leise und kleinlaut erhob er seine Stimme, die ungewohnt stotterte. Mein Blick glitt prüfend über den Kater. War das wirklich Ash? Ja, sein Geruch und seine Statur waren unverkennbar, auch seine Augen hatten etwas Einzigartiges. Dies hier war eindeutig Ash.
Da schaffte ich es nicht mehr, mich zurückzuhalten - ich begann haltlos zu kichern. Nach einer Weile wurde ich wieder leiser und warf erneut einen Blick auf den Kater, nur um erneut in einem Lachanfall auszubrechen.
Als ich mich einigermaßen wieder gefangen hatte, kicherte ich: "Na, hat die Schneekugel Hunger?" Noch ein letztes Mal holte ich tief Luft dann sah ich ihn ernst an, er hingegen lächelte mich verlegen an.
"Wie wäre es mit einer Entschuldigung? Nun, da ich wieder gut genug für dich bin?", fauchte ich ihn an, meine Augen funkelten wütend. "Ich kann es nicht ausstehen, wenn man erst einen auf kalt tut und dann, wenn man etwas braucht, plötzlich so lieb wie ein Junges ist!"
Mal sehen, wie er antwortete. Wenn er die richtigen Worte fand, würde er den Rest meiner Dohle bekommen. Ich hatte sowieso nur ein Drittel davon gegessen, da ich schnell satt wurde.

[frisst von ihrer Dohle, sieht Ash, lacht, wird ernst, faucht ihn an]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 08, 2014 4:49 pm

Natürlich hatte Bonita nichts besseres zu tun als zu kichern. Doch ich kam nicht einmal auf die Idee, sie deswegen anzufauchen -schließlich war nicht sie diejenige, die vom anderen etwas zu Essen wollte. Hätte ich sie jetzt angefaucht, könnte ich mir mein Essen abschminken.
Pff, von wegen Schneekugel. Selber Schneekugel, dachte ich mir und ich sah sie zornig an. Und dann fauchte sie mich an - entgegen allen meinen Erwartungen. Aber sie hatte schließlich recht. Auch, wenn ich es nicht öffentlich zugab.
Ich schüttelte meinen Kopf. Kurz überlegte ich und dachte an meine Vergangenheit zurück, doch mir fiel keine einzige Situation ein, in der ich mich jemals bei jemandem entschuldigt hatte. Und bei Bonita würde ich es ganz bestimmt nicht tun.
Dann wandte ich mich ab und gähnte. Nun gut, einen so großen Hunger hatte ich ohnehin nicht gehabt.
So trabte ich durch den Schnee - dieses Mal sogar ohne jegliches Stolpern - und stolzierte am Baum vorbei, unter einer Hecke hindurch in fremde Gärten, die glücklicherweise frei von Hunden waren.
Ich schaffte es sogar, ein kleines Rotkehlchen zu fangen. Als ich mich niederließ, um es zu verspeisen, sah ich mich um. Nein, Bonita war mich nicht gefolgt. Umso besser für sie.
Als ich mein Essen vollständig gegessen und den Rest vergraben hatte, schlenderte ich weiter. Hauskatzen begegnete ich keine, was mich zufrieden blinzeln ließ.
Ich brauchte momentan einfach etwas Abstand zu anderen Katzen - zu lange schon hatte ich Zeit mit Bonita verbracht, die es dann auch noch fertig brachte, mich derart anzufauchen.
Ich kam an einem Teich vorbei, der etwas abseits eines Hauses in einem Garten war und ich lugte interessiert hinein. Viele kleine, goldene Fische schwammen in dem kalten Nass und ich stillte meinen Durst schnell.
Als ich wieder aufsah, leckte ich mir über meine nassen Lippen und rannte weiter.
Nun hatte ich den Rand des Zweibeinerdorfes erreicht und ich setzte mich in den Schnee, schüttelte mich sogar, um diese ganzen Schneeflocken aus dem Fell zu bekommen. Der Stolz hatte gesiegt und ich wusste, wie unreif es Bonita gegenüber war, beleidigt abzuhauen. Ich war nunmal so und es war für mich eine komplett neue Situation, mit jemand anderem zu reden. Zu lange war ich alleine gewesen.
Plötzlich plagte mich schlechtes Gewissen.

[ist überrascht | sieht Bonita zornig an | schlendert davon | fängt Meise | trinkt aus Teich | fühlt sich schlecht Bonita gegenüber]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 08, 2014 5:48 pm

Er wandte sich ab und ich wusste, dass ich verloren hatte. Ich betrachtete ihn mit einem wütenden und zugleich traurigen Blick. Da stand er auf und stolzierte erneut davon, während ich ihm mit einem Kloß im Hals nachsah. Nun gut - wenn er es so wollte. Ich würde ihn nicht dazu zwingen, bei mir zu bleiben. Aber eine Entschuldigung wäre nett gewesen. Er hatte mich vollkommen ignoriert. Meine Gefühle ignoriert. Und das hatte mich verletzt. Mehr verletzt als ich mir in dem Moment eingestehen wollte.
Ich erhob mich mit meinen zitternden Beinen und bedachte die Dohle mit einem Blick, den man nur als abschätzig beschreiben konnte. Wäre sie nicht gewesen, wäre es nie zu diesem Streit gekommen. Doch sie hatte meinen Hunger gestillt und würde es wieder tun, denn ich würde sie mitnehmen. Nicht, dass Ash sich in der Nähe versteckt hielt und die zurückgelassene Dohle fressen würde, wenn ich außer Sichtweite war. Purer Egoismus sprach aus meinen Gedanken, dennoch nahm ich die Dohle und trottete in die andere Richtung davon. Ich war sauer. Ash sollte mir erst einmal nicht zu nahe kommen, sonst würde ich ihm wohlmöglich an die Kehle springen. Doch wenn ich ehrlich war, war das größte Gefühl, das in mir tobte, die Enttäuschung.
Während ich durch den Schnee stapfte, traten mir die Tränen in die Augen und ich musste mich zusammenreißen, damit sie mir nicht über das Gesicht strömten.
Das letzte Mal hatte ich geweint, als ich die Leichen meiner Familie gesehen hatte. Und dieser Kater hatte es geschafft, indem er einfach nur gemein und respektlos gehandelt hatte.
Ich vergrub die Dohle im Schnee und hoffte, dass sie von einer hungernden Katze gefunden wurde. Bloß nicht von Ash. Er hatte sie nicht verdient. Seufzend schüttelte ich mich, um meine schlechten Gedanken los zu werden und fing an zu rennen. So schnell, wie ich lange nicht mehr gerannt war. Wie ein goldener Blitz schoss ich durch den Schnee und erfreute mich an der weißen Schneewelt. Ich rannte zu dem einzigen Ort, den ich mein Zuhause nennen könnte. Dort fühlte ich mich sicher. Und dennoch einsam.
Blöder Ash, dachte ich niedergeschlagen, dann verbannte ich diesen Kater aus meinen Gedanken.

----> Verlassener Bauernhof
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Sa Jun 21, 2014 12:48 pm

Wieder in Einsamkeit verstrebt sprang ich auf meine Pfoten, mein Blick über die Ferne gleitend. Etwas in mir wollte zurück zu Bonita rennen und mich entschuldigen, sie wieder ärgern, bis sie mich erst böse, dann wieder strahlend ansah. Ich musste meinen Stolz kontrollieren und nicht immer gewinnen wollen... auch wenn es in meinem Fall sehr schwer werden könnte.
Andererseits wollte ein anderer Teil von mir hier sitzen bleiben, satt, zufrieden und alleine in die Ferne starren und meine Ruhe genießen.
Welche Seite gewann, war mir jedoch irgendwie klar gewesen.
Ich rannte durch den Schnee wie ein einsamer Schatten, wie vorhin am Bauernhof, geradewegs zu Bonita. Am Teich vorbei, die vielen Garten passierend bis hin zum Baum. Die Enttäuschung war groß, als ich merkte, dass sie verschwunden war.
Größer, als sie hätte sein sollen. Größer, als ich es mir jemals eingestanden hätte.
Plötzlich verunsichert sah ich mich um, fühlte wieder die Einsamkeit in mein Leben stürmen. Aufgebend setzte ich mich genau dort hin, wo Bonita gesessen hat und blickte in die Richtung, wo ihre kleinen Pfotenspuren hinzeigte. Allen Anschein nach war sie wieder zum Bauernhof gerannt.
Sie war weg.
Resigniert sah ich weg, zwang mich gleichgültig zu bleiben. Und, dann war sie eben weg - umso besser für mich, endlich hatte ich wieder meine Ruhe zurück. Keine nervenden Aussagen mehr, keine auf die Palme bringenden Fragen. Kein viel zu freundliches Lächeln mehr... das irgendwie schon ganz süß war...
Was?? Erschrocken blinzelte ich und schüttelte schnell meinen Kopf, verdrängte diese Gedanken schnellstmöglich und und dachte stur an etwas anderes. Es war einfach die Müdigkeit, die mich solch absurde Gedanken denken ließ. Oder der Vogel von eben war schlecht.. oder das Wasser vom Teich verunreinigt..
Mit all den vielen Ausreden im Kopf schloss ich meine Augen und lächelte zufrieden. Endlich Ruhe..
Ich merkte nicht einmal, wie ich mit aller Kraft verleugnen wollte Bonita gern zu haben.

[rennt zum Baum | enttäuscht | denkt nach | ruht sich aus]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Sa Jun 21, 2014 6:21 pm

<---- Verlassener Bauernhof

Mit finsterem Gesicht stapfte ich durch die dünne Schneedecke, legte mir noch immer meine Worte zurecht.
Hör zu, jetzt bilde dir ja nichts ein! Ich brauchte bloß eine Auszeit von deiner sturen und kalten Gesellschaft. Verstanden? Nein, das hörte sich nicht nach mir an. Nicht im Geringsten. Ich war eine kleine, aufgeweckte Kätzin, die fast immer ein Lächeln zur Schau trägt. Niemals würde ich etwas derart gemeines sagen. Oder?
Tut mir Leid, dass ich so gemein zu dir war, es war nicht so gemeint, wirklich, aber du machst es mir nicht gerade leicht dich zu mögen! Schon besser, aber noch immer nicht das Richtige.
Noch immer trottete ich im langsamen Tempo umher, schlenderte schon fast. Ich hatte es nicht besonders eilig. Aber ich hasste Streite seit ich denken konnte. Also überredete ich meine Beine, schneller zu gehen.
Da glitt der Baum in mein Sichtfeld und dort unten, bei den Wurzeln, sah ich eine einsame, schwarze Gestalt sitzen. Ich wurde langsamer, meine goldenen Augen klebten an dieser Gestalt und Hoffnung und etwas, was ich nicht benennen konnte, breitete sich in mir aus. Ob er sauer war? Ob er meine Gesellschaft überhaupt noch wollte?
Ich blieb unsicher stehen, die Maus noch immer in meinem Maul. Würde er dieses Geschenk annehmen? Oder es einen abschätzigen Blick schenken?
Ich kratzte mein letztes bisschen Mut zusammen und lief langsam auf den Baum, genauer gesagt auf Ash, zu. Ich wusste nicht, ob er mich bereits bemerkt hatte, doch ich legte die Maus ab und sah zu ihm hoch, meine Augen waren voller Trauer und Hoffnung. Ich wusste nicht was ich sagen sollte, auch wenn ich mir schon so viele Gedanken darum gemacht hatte. Nun, da er vor mir stand, war es etwas vollkommen anders. Nun schien alles möglich zu sein. Ich kannte ihn nicht gut genug um sagen zu können, ob er erleichtert war mich wiederzusehen, oder ob er es bereute, mir jemals begegnet zu sein.
"Es tut mir Leid Ash", flüsterte ich, sah ihm in die violetten Augen. Ich konnte mir ein Verzeihst du mir? gerade noch verkneifen. Ich hatte nichts falsch gemacht, aber mir war eine Versöhnung wichtiger als mein Stolz. Ich wollte nichts mehr, als nicht mehr alleine zu sein. Wie es bei Ash aussah wusste ich nicht, aber nun wartete ich auf seine Reaktion ab. Was er bloß von mir denken musste! Nicht einen Tag hielt ich es ohne ihn aus und nun kehrte ich mit einem Geschenk zurück, damit ich wieder bei ihm bleiben konnte.
Ich erinnerte mich an die Maus und schob sie ihm ohne ein weiteres Wort zu.
Ich war wirklich jämmerlich. Aber es machte mir nichts aus. Wenn ich nun eben so war - ein kleines, naives Kätzchen, das jämmerlich nach Gesellschaft suchte.

[kommt an, geht zu Ash, spricht mit ihm]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Sa Jun 21, 2014 6:50 pm

Resigniert legte ich meinen Kopf auf meine Pfoten und schloss die Augen. Ich konnte meine neu gewonnene Ruhe für etwas Entspannung nutzen, später konnte ich vielleicht noch ein wenig jagen gehen. Doch da ich kein bisschen Hunger hatte und nicht die geringste Lust, irgendetwas zu tun, blieb ich reglos liegen.
Ich war so in meinen finsteren Gedanken vertieft, dass ich Bonita nicht einmal wahrnahm. Da meine Augen geschlossen waren, konnte ich sie auch nicht sehen. Ihre Worte drangen in mein Ohr, ohne dass ich sie richtig realisierte.
Und doch erfüllte Freude und erleichterung mein Bauch, noch bevor ich meinen Kopf hob und in das entschuldigende Gesicht Bonitas sah.
Und ich lächelte. Zwar nur matt und recht gequält, doch es kam von meinem ganzen Herzen. Ob ich tief in meinem Inneren gewusst hatte, dass Bonita kommen würde? Wie auch immer, ich war unfassbar froh sie zu sehen. Froher, als ich es sein sollte. So setzte ich schnell wieder meine ernste Miene auf, sah Bonita jedoch nicht feindselig an.
Erst jetzt - nachdem die ersten erfreuten Momente verstrichen waren - bemerkte ich die Maus in Bonitas Maul. Ich hatte sie gleich in zwei Dingen komplett falsch eingeschätzt: Erstens war sie viel besser im Jagen, als ich es ihr zugetraut hätte und zweitens wusste sie einen alten Kater eine Freude zu machen, was ich bei diesem naiven Ding nicht einmal ansatzweise erwartet hätte.
Mit zusammengekniffenen Augen sah ich sie an, grinste schelmisch und meinte anschließend: >>Ich wusste doch, dass du wieder kommst.<< Natürlich hatte ich es nicht gewusst und wieso ich das sagte, wusste ich selber nicht so genau. Vielleicht, um meinen etwas angekratzten Stolz aufrecht zu erhalten. Oder ich hatte es tatsächlich gewusst.. irgendwo in meinem Unterbewusstsein. >>Hat wohl etwas länger gedauert, als ich erwartet hatte.<< Durch ein erneutes Lächeln - ich merkte nicht einmal, dass ich an diesem Tag mehr gelächelt hatte als in meinem gesamten Leben zuvor - signalisierte ich Bonita, dass sie es als Scherz auffassen sollte und sie sich keinesfalls gekränk fühlen durfte.
Ich war plötzlich so freundlich, was war bloß los mit mir? Vielleicht gewöhnte ich mich langsam daran, Gesellschaft zu haben. Eines wusste ich: die Anwesenheit Bonitas genoss ich mehr, als ich es mir zugetraut hatte. Oder es mir erlaubt hätte.
Kurz deutete ich auf die Maus und miaute: >>Sollen wir sie uns teilen? Durch die mickrige Dohle konntest du unmöglich satt werden.<< Glücklicherweise hatte ich es geschafft, in diesen Satz eine kleine Beleidugung gegenüber ihrer gefangenen Beute zu machen und das erfüllte mich mit Erleichterung. Diese ganze Freundlichkeit... das war nicht ich. Doch der Gedanke, mit ihr eine Maus zu teilen, machte mich glücklich.
Zu glücklich.

[bei Bonita]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 22, 2014 11:45 am

Sein Lächeln war umwerfend. Zwar nicht besonders auffallend oder gar glücklich, dennoch haute es mich fast um. Hieß das, dass er sich freute mich wieder zu sehen? Freude und Glück überflutete mein Herz und ich strahlte alles andere als schüchtern zurück. Doch sein Lächeln verschwand und verwandelte sich wenig später in ein schelmisches Grinsen, er schien meinen entschuldigenden Blick zu genießen. Seine zusammengekniffenen Augen verstärkten diesen Eindruck nur noch. Schon bevor er es aussprach, wusste ich, was er dachte. War ich so vorhersehbar? Ich dachte, ich würde ihn überraschen, würde endlich mal Überraschung in diesem kalten Gesicht sehen, vermischt mit Freunde. Nun, ich hätte mir im Klaren sein sollen, dass es sich bei dem Kater, von dem ich mir wünschte ihn endlich zu verstehen, um Ash handelte.
Hat wohl etwas länger gedauert, als ich erwartet hatte, hörte ich ihn sagen und meine Augen weiteten sich erschrocken und auch verletzt. Zwar linderte er die Härte dieses Satzes erneut mit einem Lächeln ab, doch ich musste seinem Blick ausweichen und sah auf die Maus, als würde ich mich fragen, wieso ich mir überhaupt die Mühe gemacht hatte.
Mir wurde klar, dass ich mich in letzter Zeit so überhaupt nicht wie ich verhalten hatte. Hatte ich mich etwa selbst verloren? Ich war doch immer aufgedreht, mit einem breiten Lächeln im Gesicht und Fröhlichkeit in Person. Doch seit ich Ash getroffen hatte, war ich ruhiger geworden, achtete mehr darauf, wie ich mich verhielt, damit es mir nicht peinlich wurde. Machte mir mehr Gedanken darüber, was ich sagen sollte. Vielleicht wurde es einfach Zeit, dass ich erwachsen wurde. Wahrscheinlich würde ich immer etwas kindlich rüber kommen, wie oft ich schon für ein Junges gehalten wurde, zählte ich schon gar nicht mehr.
Ashs dunkle, angenehme Stimme riss mich auch meinen Gedanken und ich hob meinen Blick wieder und sah überrascht in sein Gesicht, wartete darauf, dass er seine Worte mit einem Schnauben zurücknahm. Er tat es nicht und diese Tatsache erfüllte mich mit reiner Freude.
"Gerne!", antwortete ich eine Spur zu glücklich, überhörte seinen Kommentar über meine gefangene Dohle und ließ somit die alte Bonita durchscheinen. Ganz hatte ich mich also doch nicht verloren und darüber war ich froh. Man sollte sich nicht verlieren, man sollte das behalten, was einen ausmachte.
Etwas verlegen und tollpatschig ließ ich mich neben ihn nieder, stieß kurz gegen ihn und zuckte zusammen. "Tut mir Leid...", brachte ich hervor und dann nahm ich einen kleinen Bissen der Maus, großen Hunger hatte ich nicht. Während ich kaute schob den braunen Nager in seine Richtung und lächelte ihn an.

[bei Ash, denkt nach, nimmt einen Bissen, schiebt ihm die Maus zu]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 29, 2014 11:35 am

Die helle Kätzin stimmte sofort zu und ich zuckte zufrieden mit meinem Ohr, deutete auf die Maus und signalisierte ihr, dass sie den ersten Bissen haben durfte.
Als Bonita gegen mich stieß, nachdem sie sich hingesetzt hatte, konnte ich mir gerade noch ein Lachen verkneifen; lediglich meine Augen blitzten amüsiert. So war sie eben - tollpatschig bis es nicht mehr ging. Ein Wunder, dass sie nicht schon früher vom Baum gefallen war..!
Nach ihrer Entschuldigung - die ich mit einem stummen Nicken angenommen hatte, schließlich war es alles andere als schlimm gewesen - schob sie mir die Maus hin. Als sie lächelte, blinzelte ich freundlich und erst im nächsten Moment wurde mir bewusst, dass ich einfach viel zu freundlich war. Jede andere Katze hätte ich entrüstet angefaucht, hätte sie mich grundlos gestoßen. Doch bei Bonita hatte ich einfach leise in mich hinein gekichert.
Ohne meine Gedanken weiterzuführen beugte ich mich nach unten und nahm einen kleinen Bissen der Maus. Sie schmeckte ganz passabel, und die Tatsache, dass mein tollpatschiges Kaninchen die Maus gefangen hatte, ließ sie einfach besser schmecken. Wie konnte jemand wie Bonita denn so gut jagen? Ich konnte absolut gar nicht jagen, was damit zusammenhing, dass ich keine Schülerausbildung hatte. Bonita sicher auch nicht, schließlich war sie durch und durch eine Streunerin. Oder?
Die ganze Zeit über hatte ich auf die Maus gestarrt, doch nun hob ich meinen Blick und musterte die helle Kätzin mit einem wachen Blick.
>>Erzähl mir von dir.<<
Ohne zu grinsen, lachen oder schmunzeln sah ich sie freundlich an, meine Schwanzspitze zuckte vor Neugier, was Bonita jedoch kaum gesehen haben konnte.

[bei Bonita]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   So Jun 29, 2014 4:22 pm

Ich beobachtete den Kater mit freundlich funkelnden Augen. Wie sehr er sich doch seit unserem ersten Treffen verändert hatte! Er hatte mich ignoriert und ich hatte es nie geschafft ein Wort aus ihm raus zu kriegen. Er war nicht bereit gewesen etwas von sich preis zu geben und hatte mich einfach nur los werden wollen. Ich kannte ihn nicht, vertraute ihm jedoch und fühlte mich so sicher wie lange nicht mehr. Und ich musste auch zugeben, dass mir die Herausforderung gefiel, dass ich mit einem so geheimnisvollen, kalten Kater zurecht kommen und versuchen musste, zu seinem inneren Kern vorzudringen.
"Erzähl mir von dir", sagte Ash und schaute mich schon fast neugierig an. Die Kälte aus seinen Augen war verschwunden, er wirkte freundlich und wollte mich anscheinend tatsächlich näher kennen lernen. Doch wieso fragte er das ausgerechnet jetzt? Was hatte zu diesem Gedankengang geführt?
Ich zog die Maus wieder zu mir, biss etwas von dieser ab und kaute, während ich darüber nachdachte, was ich ihm sagen könnte. Ich wusste nicht was. Natürlich gab es vieles, was ich ihm zu erzählen bereit war, doch ich wollte nicht, dass er von einem Redeschwall genervt war wie bisher auch.
Dann dachte ich gar nicht weiter nach und fing an zu reden.
"Da gibt es nicht viel zu erzählen. Meinen Namen kennst du, auch in etwa wie ich so vom Charakter her bin. Das einzig interessante wäre da noch meine Vergangenheit... Nun. Als ich ein Junges war lebten meine Eltern, meine Schwester Ruby und ich in der alten Scheune auf dem verlassenen Bauernhof. Und wie kleine Junge eben sind haben Ruby und ich viel gestritten und so flüchtete ich mich immer öfter auf die Territorien der vier Clans. Besonders der SchattenClan hatte es mir angetan, auf dem Territorium war ich am öftesten. Glücklicherweise wurde ich nie erwischt sonst hätte ich ziemlich in der Klemme gesteckt, nicht wahr?" An dieser Stelle musste ich leise auflachen. "Meine Eltern haben sich natürlich auch Sorgen gemacht und hatten versucht mich mit Kampf- und Jagdtraining abzulenken. Und dann gab es tatsächlich einmal ein Treffen mit einer Clan-Katze. Wieder einmal war ich im SchattenClan Gebiet, als dieser Schüler vor mir stand. Dennoch war er so viel größer und stärker als ich und ich hatte wirklich die Befürchtung, er könnte mich angreifen. Doch er sah mich einfach an und schließlich rannte ich weg, als ich eine andere Stimme hörte, die eindeutig von einem Krieger stammte und ich verließ so schnell ich konnte das Territorium und erzählte meinen Eltern davon. Wie sauer und enttäuscht diese waren, kannst du dir doch sicher vorstellen, oder? Schließlich hätten sie mich töten können. Jedenfalls beschlossen meine Eltern wegzuziehen, weg von den Clans. Und dann wuchs ich weit weg von hier auf und dann... vor etwa einem Mond, fand ich meine Familie. Tot. Sie alle waren an vergiftetem Wasser gestorben...", erzählte ich mit zitternder Stimme. Dann schluckte ich, holte tief Luft und erzählte weiter. "Nun ja, dann habe ich beschlossen hierher zurückzukehren. Es war gar nicht einfach, das kannst du mir glauben. Ich glaube, ich war fast drei Wochen unterwegs und als ich hier ankam, waren meine Pfoten ganz wund. Und naja ... Dann kamst du in mein Leben, indem du auf mich zugerast kamst, da du dachtest, ich sei ein Kaninchen!" Ich kicherte. "Sehe ich einem Kaninchen so ähnlich? Okay, meine Größe könnte passen aber sonst..." Wieder musste ich kichern und sah ihn vergnügt an, mein Schmerz und meine Trauer waren nun verschwunden.

[bei Ash, denkt nach, erzählt ihm von ihrer Kindheit, kichert]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Di Jul 01, 2014 5:24 pm

Ich hätte sie nicht dazu auffordern sollen. Schließlich hätte ich doch wissen müssen, dass sie mir sofort ihre gesamte Lebensgeschichte erzählt! Tja, nun war es doch zu spät - und schon plapperte sie wild los, nur mit Mühe konnte ich ihr gedanklich folgen.
Aus ihrem Redefluss konnte ich entnehmen, dass sie sich früher des Öfteren auf dem SchattenClan-Gebiet herumgetrieben hatte. Überrascht schluckte ich, mein Blick verfinsterte sich. Nein, ich konnte das absolut nicht nachvollziehen. Den SchattenClan verabscheute ich zutiefst, dicht gefolgt von allen anderen Clans. Clans, wenn ich das schon hörte! Nichts als Mäusehirne waren das!
"...er könnte mich angreifen. Doch er sah mich einfach an und schließlich rannte ich weg, als ich eine andere Stimme hörte..." Sofort riss mich dieser Satz aus den Gedanken und ich fixierte Bonitas Gesicht, mein Nackenfell gesträubt und meine Augen voller Überraschung geweitet.
Ich hielt meinen Atem an.
Und dann wurde mir alles klar. Sie war es! Sie war die Streunerin, die mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt hatte, nach der ich seit Monden gesucht hatte, jedoch nie mit Erfolg. Und jetzt saß sie vor mir. Sie hatte mich gefunden. Ganz ohne es zu wissen. Dass sie mich wieder erkannte, war sehr sehr unwahrscheinlich. Ob sie sich überhaupt an mich erinnerte? - Na klar, sonst hätte sie die Geschichte gar nicht erst erzählen können, ich Mäusehirn!
Mit einem Kichern beendete die Goldene ihre Erzählung. Sie hatte nicht einmal bemerkt, wie erschrocken ich reagiert hatte.
Und wieso auch immer - ich wollte um jeden Preis verhindern, dass sie wusste, wer ich war. Nein, sie sollte nicht den SchattenClan Schüler in mir sehen, der seinem Clan loyal war. Sie sollte mich sehen - Ash - der Streuner, der freie Streuner.
>>Interessant<<, sagte ich mit gespielter Belustigung. Schnell hatte ich meinen Gesichtsausdruck verändert, damit sie ja nicht sah, wie erschrocken ich gewesen war.
Ich konnte es noch immer kaum fassen. Sie war da - vor mir! Wie konnte ich bloß so unaufmerksam sein und sie nicht erkennen? Sie war noch immer sehr klein, mit wild abstehenden Haaren, als sei sie in einem Windsturm geraten. Ihre schönen Augen blitzten noch immer in dermselben Farbton wie damals auch.
Ich musste sie beschützen. Sollte ich auch bis eben den Drang verspürt haben, sie loshaben zu wollen, so verspürte ich nun den Drang, bei ihr zu sein. Sie war da, sie saß vor mir!
Meine violetten Augen sprühten nur so vor Freude, vor Ungläubigkeit und Erleichterung. Wie lange hatte ich bloß nach ihr gesucht.. und nun hatte ich sie gefunden. Nein, sie hatte mich gefunden.
>>Du musst wissen, dass ich Hunger gehabt hatte<<, verteidigte ich mich und grinste schief. >>Und dann kamst du angehoppelt - klein, hässlich und braun.<< Mit einem Zwinkern zeigte ich ihr, dass sie mich nicht so ernst nehmen musste. Plötzlich war ich unglaublich erleichtert. Und ich wollte, dass es ihr gut ging. Wie sich gezeigt hatte, ging es ihr anscheinend gut, sobald ich nicht so gemein reagierte. Also bekam sie einfach, was sie wollte.
Einen netten Ash.
Sofern das irgendwie möglich war.

[hört Bonita halb zu | erschreckt sich | wird sich allem bewusst | fasst Entschluss | glücklich]
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BeitragThema: Re: Zweibeiner Bergdorf   Do Jul 03, 2014 3:10 pm

Ich bemerkte nicht, ob der Kater genervt von meinem Redeschwall war, viel zu versunken war ich in meinen Erinnerungen. Ein Gedanke führte zu dem anderen und deshalb erzählte ich in meinen Gedanken die Geschichte weiter und so viel ausführlicher.
Ruby und ich hatten uns nie gut verstanden, das stimmte und wir hatten so oft gestritten, dass es schon fast nicht normal war. Sie hatte es genervt, dass ich immer so gut drauf war und selbst in den schlimmsten Situationen etwas fand, dass uns glücklich machen konnte. Genauer gesagt, was mich glücklich machen konnte, denn Ruby sah alles negativ und wollte egal zu welchem Preis einer anderen Meinung sein wie ich. Selbst wenn sie eigentlich dasselbe dachte wie ich. Sie war wirklich anstrengend gewesen, Ash und sie hätten sich sicher gut verstanden. Mit Ash hatte ich mich auch schon gestritten und der Grund dazu war nun wirklich dämlich gewesen. Er war einfach zu stolz gewesen um zuzugeben, dass ich die bessere Jägerin war. Oder, dass es nicht in Ordnung gewesen war, etwas von mir zu wollen, ohne, dass er mit mir redete. Nun ja, ich war froh, wieder bei ihm zu sein.
Ich bemerkte seinen erschrockenen Blick nicht, auch nicht, worüber er sich Gedanken machte. Denn ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich gerade von ihm geredet hatte, als ich von dem Schüler auf dem SchattenClan - Territorium erzählt hatte, der mich jedoch nicht angegriffen hatte.
"Ja, finde ich allerdings auch", schnurrte ich, bemerkte seine Ironie nicht. Ein amüsiertes Funkeln hatte sich in seinen Blick geschlichen, weshalb ich gar nicht auf seinen Unterton, sondern vielmehr auf seine Augen achtete. Woher kenne ich bloß diese Augen?, fragte ich mich, als der Kater auch schon fortfuhr.
Beleidigt schnaubte ich, denn es hatte mich getroffen, auch wenn es nicht ernst gemeint war.
"Du findest mich also hässlich? Vielen Dank auch", schniefte ich gespielt traurig und drehte ihm den Rücken zu.
"Wäre es in Ordnung, wenn du auch mir etwas von dir erzählen würdest? Du kennst schon so viel von meiner Vergangenheit und ich habe von dir nur deinen Namen erfahren...", bat ich, sah über meine Schulter in sein Gesicht. Es wirkte glücklich. Nein, er war glücklich. Das erste Mal, seit ich ihm kannte, schien er tatsächlich froh darüber zu sein, dass ich da war.

[bei Ash, denkt nach, redet mit ihm, fragt ihn nach seiner Vergangenheit]
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Zweibeiner Bergdorf
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